FEATURE
Ils sont passés devant les nez déconfits (They pass by the depressed noses)
A Poster by Émile Cohl and a letter by his grandson. >>
PICTORIAL FEBRUARY 10


The Art of Émile Cohl


>>





LINTON ARCHIVE
W. J. Linton: Poems, Pamphlets, Illustrations, Editorial-Work and Graver-Work.
>>
7/3/2010 Ausstellungen / Exhibitions
Ronald Searle in London und Hannover

Ronald Searle ist neunzig geworden. Man feiert das in London mit einer Ausstellung im Cartoon Museum , die bis zum 4. Juli läuft, und noch viel ausgiebiger in Hannover im Wilhelm- Busch- Museum durch eine  Art Dauerausstellung, die noch bis zum Ende des Jahres zu sehen ist.

Anfang der fünfziger Jahre  hatte der Züricher Diogenes Verlag sein Verlagsprogramm mit einer Kompilation von Searle´s Zeichnungen aus seiner lasziv - anarchischen  Internatsutopie  St. Trinian´s eröffnet und den britischen Cartoonisten damit auch im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Friedrich Dürrematt  nannte ihn einen Jonathan Swift der Feder und man  stellte ihn in eine Reihe mit Daumier und Busch. Das Hannoveraner Karikaturmuseum hatte das anspruchsvolle grafische Programm des erfolgreichen Schweizer Verlags von früh an mit  Ausstellungen flankiert und auch die künstlerische Entwicklung von Searle seit den frühen sechziger Jahren begleitet. Die subversive Power seiner St. Trinians- Kultserie, die im prüden England der Nachkriegsjahre wie eine Bombe eingeschlagen war,  und einen Teddy Boy und Rock´n Roller wie John Lennon nachhaltig beeindrucken konnte,  war jedoch bald ermüdet. Der aggressive karikatureske Zugriff, der in der besten britischen Tradition eines  Rowlandson und Gillray stand, wurde gegen einen preziösen Graphismus eingetauscht, der sich im Kielwasser der Experimente von Saul Steinberg herausgebildet hatte. Searle´s Karikaturen, die in den siebziger Jahren inflationär verbreitet waren, wurden wegweisend für eine affektierte Art der Strichführung, die selbst verliebt den Arabesken einer spontanistischen Erfindungskraft folgt. Das Markenzeichen Searle war ein Rowlandson spumante für Rauchglastisch und Pfeifenhalter.

Ronald Searle, Tierkreis Widder (1977) im Wilhelm Busch Museum, Hannover

Dass es unter der gedrechselten Oberfläche des arty cartooning allerdings noch einen ganz anderen Searle gegeben haben musste, das wurde Mitte der achtziger Jahre evident, als unter dem Titel „ To the Kwai and Back: War Drawings 1939 – 1945“ eine größere Auswahl seiner Lagerzeichnungen veröffentlicht wurden, die zur Zeit seiner japanischer Kriegsgefangenschaft in Burma  entstanden sind. Sie zählen in ihrer stilistischen Vielfalt und detaillierten Beobachtungsgabe zu den hervorragenden Beispielen dieses dokumentarischen Genres und befinden sich als geschlossenes Konvolut (ca. 300 Zeichnungen)  in der Sammlung des Imperial War Museum in London.

Auch später hatte Searle dieses Standbein seiner Kunst in der grafischen Dokumentation nie ganz aufgegeben und war als zeichnender Reporter für eine Vielzahl von Magazinen unterwegs. Was die Konsequenz der Einlassung betraf, so stand er in dieser Profession allerdings immer im Schatten seiner beiden befreundeten Künstlerkollegen Paul Hogarth und Feliks Topolski. Wie der wenig ältere deutsche Cartoonist Manfred Schmidt hatte er sich dabei vor allem  als  grafischer Chronist des Massentourismus  der Wirtschaftswunderjahre hervorgetan. Eine Auswahl von heiteren Stadtporträts ist 1962 in Deutschland unter dem Titel "Quo vadis" erschienen, zusammen mit Texten von Wolfgang Hildesheimer. Groucho Marx kommentierte 1964 seine Amerika-Impressionen " From Frozen North to Filthy Lucre".

Es gelang ihm allerdings nur in einer einzigen Publikation "Refugees", die  1960 anlässlich der Einführung des Weltflüchtlingsjahr in  Camps auf aller Welt  gezeichnet wurden, zu der dokumentarischen Dichte seiner Kriegszeichnungen zurückzufinden und mit den reportierenden Qualitäten von Paul Hogarth´ "Cold War Reports" gleich zu ziehen. Im Ronald Searle Tribute - Blog finden sich Beispiele dieser Flüchtlingszeichnungen aus einem illustrierten Beitrag im  Punch Magazine vom 30.12.1959.  Für das Life-Magazine zeichnete er in den frühen Sechzigern eine Reihe von Reportagen, u.a. über eine UNO-Vollversammlung in Genf und den Eichmann-Prozess in Jerusalem. Die grafischen Zeugnisse zu diesen Jahrhundert-Prozess und sicherlich noch vieles mehr, was er an dokumentarischen Auftragsarbeiten abgeliefert hat, finden sich  anscheinend in den 41 Kisten mit Materialien und Zeichnungen, die Searle jüngst dem Wilhelm Busch Museum vermacht hat. FAZ - Donaldist Andreas Patthaus hat in Hannover bereits einen exklusiven Blick in das Eichmann-Konvolut werfen können - er spricht von "atemberaubenden Bildern" und "schonungslosen Porträts" - bevor er sich  dann,  versehen mit einer "handgezeichneten Wegskizze" auf den Weg zu Searle´s Geheimdomizil in der Provence gemacht hat ( es handelt sich dabei, wie ein weiterer Searle - Pilger in Times online verrät, um den Ort Tourtour) um den Jubiliar dort über  dessen Meinung zur Kunst von Bernard Buffet zu befragen.  Searle fühlt sich anscheinend bedrängt durch die Präsenz der Kunst des französischen Malers, der 1999 in Tourtour verstorben ist und dessen penetrierender grafischer Stilwille dem Seinen nicht ganz unähnlich ist.

Ronald Searle, Eichmann on Trial, Life Magazine 1961

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, welche Schätze der Hannoveraner Werkkomplex von Searle noch birgt und vor allem auch, wie man im Busch-Museum damit umzugehen  gedenkt. Lässt sich an ihm doch ideal der traditionelle Nexus zwischen Karikatur und grafischer Dokumentation exemplifizieren. Searle selbst hat diesen engen Zusammenhang bereits in seinen Sammlungsbeständen zur Karikaturgeschichte verfolgt. Diese wurden Mitte der achtziger Jahre  vom Busch-Museum angekauft und bilden nunmehr den internationalen Grundstock des Museumsbestandes. Die pedantische Weise mit der Searle´s historische Sammlungsbestände in Hannover quasi  eins zu eins als Reliquie rekonstruiert worden sind („ They even photographed my bookshelves in the same order, and rebuilt my library in the museum – very Germanic.“) lässt allerdings befürchten, dass es  dort genau an dem mangelt, was im Umgang mit Searle´s Werk von Nöten wäre: an kritischer Distanz.

Unter den vielen Stimmen, die den greisen Karikaturisten ehren, ragt die des Regisseurs Mike Leigh heraus. In einem Beitrag für den  Daily Telegraph verweist dieser Meister des  britischen sozialkritischen Kinos auf das realistische Potential in Searle´s Werk und erklärt  anhand einiger ausgewählter Beispiele aus dessen frühen Beiträgen für  das Punch Magazine, wie ihn die pointierte Beobachtungsgabe  des Karikaturisten gelehrt habe, Filme  zu drehen. Leigh´s  Essay gelingt es, die Wurzeln von Searle´s kapriziösem grafischen Eskapismus freizulegen und ihn  dadurch mit  der  sozialrealistischen Tradition von William Hogarth und Henry Mayhew zu versöhnen, mit einer grauen aber lebendigen  Wirklichkeit der britischen Hauptstadt, der Searle  1961 durch seine abrupte Flucht in ein verheißungsvolles  Paris zu entkommen versuchte.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lines that taught me film-making
Mike Leigh explains how Ronald Searle’s 'realistic’ cartoons inspired him, Daily Telegraph, Saturday 27,02. 2010

Mike Leigh,  noted for his experimental methods of achieving realism in film, explains how a book of cartoons given to him at the age of six shaped his approach to filmmaking.


Bar in North Berlin at the corner of Mullerstrasse and Transvaalstrasse August 9, 1959

As an artist reporter, Searle travelled to all sorts of places, and he could sketch anywhere — even from the rowdy pit at the ringside of a wrestling match.

This drawing of men drinking at a bar in Berlin is wonderful. I love the composition of it, how the scene is broken up by the figure in the foreground, and the way he creates an atmosphere yet is so economical with his line. I don’t suppose people posed for him, but if so it doesn’t matter because he got them as they really were. That is why he was such a sophisticated drawer, and why his hand is so recognisable.

Of course, one has seen his drawings all over the show, in all kinds of different contexts: books, Lemon Heart rum advertisements, animated stuff. It’s all part of a huge Searle memory. I’m so imbued with Ronald Searle. And I think if you really flushed out everybody who made that claim — including me and John Lennon — it would be a very long list.

Street Sweeper

Searle observed and drew at the same time, so this sketch of a street sweeper in Paddington would have been made as he stood there on the pavement watching this man at work. I don’t remember a device like that so it must be from the Forties or Fifties. It’s not just people that Searle takes pleasure in, but the items people wore and used. It’s a joy of things. I can tell how much Searle enjoys each piece of the street sweeper’s barrow – and the wheels! The objects become an extension of the personalities.



The Obsolete Generation (From Holiday magazine December 1963)

It is the poetry of life and a sense of the profundity of human experience that is expressed through Searle’s line. This scene comes under the heading of caricature, but actually it suggests something else: the sense of time passing, of doom, of lives. Of course, they’re sitting on a mortuary advertisement on the back of the bench, which reinforces all of that. It is a sympathetic and passionate observation of life.

Searle was a very versatile artist: he could do satire, for example his series The Rake’s Progress (1955) after the paintings by 18th-century artist William Hogarth; he did some quite finished portraits of famous people; he was also the theatre critic for Punch for 13 years. But to me, what’s important is his incredible observation of reality, and his ability to get people, to capture a character. That’s what fascinates me the most. As a filmmaker, that’s what it’s all about.



Coney Island  (Sketch for Punch magazine July 24, 1957)

Look at the feet. Those are the famous Ronald Searle feet and shoes. You can instantly see the quality of his pen line – so perceptive, so human. Searle has this great freedom and he’s not affected. He allows himself — as I think all great art does — to improve within the moment. He’s not worried about “making mistakes”. They can be such a gas.

It’s part of the texture of the thing. He’s concerned with its living, organic, spontaneous truth. It really is exciting the accuracy, originality and delight with which he looks at the real world and makes us look at the real world.

Kallithea Camp Athens 1959 (from: Refugees)

As a film-maker, I find this drawing clever and exciting. Taken from a series of illustrations Searle did for a book called Refugees, 1960 to “promote awareness” of the state of world refugees, it’s a compassionate response to somebody’s pain and the dreadfulness of their condition. What’s great is the tension between the detail of the environment and the character. Learning about Searle at art school taught me that you have to have a clear overview or sense of the structure of a scene before you can work into the detail. Here, you get a tangible sense of the environment – bleakness, coldness, the poverty of it – and yet the tiny figure of the woman is such a strong presence. The detail of the character, the trees, is very clever. Each little thing balances the whole into a moment-to-moment filigree.

5/3/2010 Symposium
The Artist as Author - a symposium on self-illustrated texts in history and contemporary practice.

The participants  and the subjects of this Symposium, which  is presented by the The Illustration Program  at Parsons The New School for Design are as follows:

Patricia Mainardi: Show and Tell, Popular Prints and Comics The development of comics from serial narration is familiar to us, but the parallel trajectory of comics from popular prints, called Images d'Epinal  from the town in Eastern France where they were principally produced, is virtually unknown. By the last decades of the nineteenth century the Image d’Epinal and the comic strip had cross-fertilized and morphed into our modern comics.

Emily Lauer: Signs as Designs: Thackeray’s multivalent Vanity Fair illustrations. William Makepeace Thackeray was an artist as well as an author, and gained his reputation as a satirist through both his written and drawn "sketches" before his first major successful novel, Vanity Fair. This lecture explores the way his illustrations in that novel form part of a hybrid textual experience.

David Kurnick:  On 19 c. theater and the illustrated novel. Theatrical Failure and the Novel of Interiority" which is about major novelists with frustrated theatrical careers.

Ben Katchor: on Picture-recitation. Ben Katchor's picture-stories appear in Metropolis magazine. His upcoming collection of weekly strips, The Cardboard Valise, will be published by Pantheon Books.

Jerry Moriarty discusses his latest project:  "Whatsa Paintoonist?" Jerry Moriarty´s work has appeared in Raw magazine, Kramers Ergot, Comic Art Magazine and The Best American Comics, 2009. 

Saturday, March 27, 2010 from 3 - 8:30pm in Wollman Hall, 5th Floor, 66 West 12th Street, NYC. Free and open to the public

William M.Thackeray: Self Portrait

1/3/2010 Exhibitions / New releases
Luis Camnitzer in Zürich

The Daros Latinamerica Collection holds the world’s largest institutional collection of Luis Camnitzer's work, and it is from that store that this comprehensive exhibition has been assembled.Formally allied  with the American Conceptualists of the 1960s and 1970s, over the past 50 years Luis Camnitzer has developed an essentially autonomous œuvre, unmistakably distinguished from that  of his colleagues in the US by its acutely observed detail, its acerbic wit, its ludic-lyrical qualities and its ironically metaphorical polyvalence, as well as by its solid socio-political commitment. The exhibition is accompanied by a comprehensive catalogue with contributions by Sabeth Buchmann, Antonio Eligio Fernández, Michael Glasmeier, Maren Welsch and Luis Camnitzer.

March 11 until July 4, 2010, Daros Exhibitions, Limmatstrasse 26, 8005 Zurich

Contemporaneously The Zentralbibliothek Zürich, Zurich’s central library, is presenting a project of  Luis Camnitzer: The Last Book, a collection of written and visual testimonies in A4 format. Over 680 artists from more than 50 countries responded thus to the artist’s worldwide call to help create a legacy for posterity.
Zentralbibliothek Zürich, Zähringerplatz 6

 

The Last Book on youtube

20/2/2010 New Release
Between the Personal and the Political: local Comics and Caricatures

In December 2008 a conference entitled 'Between the Personal and the Political: local Comics and Caricatures' took place in Bezalel Academy of Arts and Design. It has turned to be one of the most colourful and extravagant conferences incorporating a wide array of participants – academic scholars, cartoonists and caricaturists, as well as a handful of amateurs debating comics and caricatures from each and every possible angle. The lectures as well as the portfolios exhibited have proven that along its role as a political-critical medium, comics and caricatures take a vital stand in unveiling social stereotypes, gender issues as well as historical and traumatic national events, and that comics and caricatures are no less reflective than other arts. It was one of the rare conferences attracting a huge number of students, colleagues and a variety of people who filled Bezalel halls to their limit.

The papers and portfolios gathered in this issue rely mostly on the material presented in the above mentioned conference. In the first section of this issue we have included seven academic papers treating comics and caricatures as a reflective media. Most of the papers refer mainly to the Holocaust, the Israeli-Palestinian conflict, to Terror and to the question of molding new historiography and collective memory. Dani Filc takes a stand towards the concept 'populism' treating it with Superman showing that it represents real tendencies in the development of American culture. In this vein one should approach Ory Bartal's paper who eloquently discusses the role of comics in depicting traumatic events such as the Holocaust, Sabra and Shatila massacre and the atomic bomb dropped during Second World War on Japan. The same goes with Ben Baruch Blich's paper who treats comics as a source of knowledge, as in the case of the Jewish Holocaust during the Second World War. Frank Moller goes a step further connecting comics with what is labeled in the paper as 'the theory of security' meaning that both security and comics require audience participation, the one to render decision making whereas the other involves animating story lines. Dana Arieli-Horowitz collaborating with Efrat Golan, both contributed a paper analyzing Trauma vis-à-vis comics such as Palestine (Joe Sacco), The shadow of no Towers (Art Spiegelman), Exit Wounds (Roto Modan) and others.

Two papers are dedicated to caricatures. The one written by Orly Rachimiyan in which she debates the role of Iranian caricatures depicting the Israeli-Palestinian conflict. The other paper was contributed by Gal Ventura who takes us to the 19th century's caricatures rendering the new approach of breast feeding.

Ben Baruch Blich, editor

16/12/2009 Ausstellung / Exhibition
Politische Bildergeschichten / Political Comics

Die Ausstellung Politische Bildergeschichten  im Kunstverein Hamburg versammelt zum ersten Mal international politisch motivierte Bildergeschichten von der Erfindung der Buchdruckkunst bis heute. Es werden Beispiele einer demokratischen Bildsprache gezeigt, die allgemeine und offene Angebote darstellen, die sich zu allererst erzählerisch vermitteln. Das der Bildergeschichte eigene demokratische Bildverständnis kondensiert letztlich den Anspruch von Institutionen, in denen es um die Vermittlung von Kunst und die Überbrückung der Kluft zwischen Kunstproduktion und Publikum geht. (Auszug aus der Presseinformation)

Das Melton Prior Institut ist mit einer Reihe von Leihgaben involviert, mit  Graphic novels, Bildergeschichten, Katalogen und grafischen Portfolios u.a. von Harold Begbie & F. Carruthers Gould, Steve Bell, Sue Coe, Jules Grandjouan, Paul Hogarth,  Laurence Hyde, Henri Gustave Jossot, Frantisek Kupka,  Carl Meffert, Otto Nückel, Giacomo Patri, Henry Ritter, Ben Shahn, Manfred Schmid, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Théophile-Alexandre Steinlen, Mathilde ter Heijne, Félix Vallotton,  Lynd Ward, Adolphe Willette

Kunstverein Hamburg: 19. Dezember 2009 - 14. März 2010

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

For the first time, the exhibition Political Comics brings together an international spectrum of politically motivated sequential art from the invention of printing to the present day. Examples are shown of a democratic visual language that present general and open propositions communicated primarily in narrative form. The democratic pictorial understanding innate to the comic, to sequential art, which – despite the name – is not necessarily “comic,” brings to a point the pretensions of institutions concerned withcommunicating art and bridging the gap between art production and the public. (excerpt from the press release)

The Melton Prior Institute is involved with a set of loans: Graphic novels, catalogues and graphic portfolios by Harold Begbie & F. Carruthers Gould, Steve Bell, Sue Coe, Jules Grandjouan, Paul Hogarth,  Laurence Hyde, Henri Gustave Jossot, Frantisek Kupka,  Carl Meffert, Otto Nückel, Giacomo Patri, Henry Ritter, Ben Shahn, Manfred Schmid, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Théophile-Alexandre Steinlen, Mathilde ter Heijne, Félix Vallotton,  Lynd Ward, Adolphe Willette

Kunstverein Hamburg: 19 December 2009 – 14 March 2010

Excerpt from: Giacomo Patri. The White Collar. 1940

13/12/2009 Lecture # 19
Alexander Roob: Andy Warhol - der letzte Tiler

Wie kein anderer Künstler seiner Zeit war Warhol in vielen entscheidenden Facetten seines Werks den protoavantgardistischen Ausprägungen der Ästhetizistischen Bewegung  des 19. Jahrhunderts verpflichtet. Die kommentierte Bildstrecke mit Archivmaterial des MePri parallelisiert  Dokumente des Factory-Betriebs mit Zeugnissen der Aktivitäten der frühesten Emanzipationsbewegung nordamerikanischer Kunst und sie zeigt Arbeiten aus Warhols erster Karriere als Illustrationsgrafiker.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Ringvorlesung `Who is that pale man?' –  zu Wirkung und Relevanz des Werks von Andy Warhol, die die Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart veranstaltet. Am gleichen Abend referiert Barbara Straumann (Universität Zürich) über "Diva Warhol - mediale Performance, Gender und Versteckspiel"

Di. 15.12, 19 Uhr

Staatsgalerie Stuttgart, Vortragssaal im Stirling-Bau, Konrad-Adenauer Str. 30-32, 70173 Stuttgart

Tiler Andy "Drella" Warhol

Tiler Napoleon "The Hawk" Sarony

Tiler William M. "Polyphem" Laffan, 1879

8/12/2009 Neuerscheinung / Ausstellung
Franz Erhard Walthers gezeichnete Autobiographie

Über Franz Erhard Walthers Projekt einer gezeichneten Autobiographie hatten wir bereits anlässlich seiner Ausstellung in der Pariser Galerie Jocelyn Wolff im Frühjahr 2008 berichtet. Mittlerweile ist "Sternenstaub", so der Titel der aus 524 gezeichneten und  handbeschriebenen Blättern bestehenden Autobiografie in einer Faksimileedition im verdienstvollen Ritterverlag in Klagenfurt erschienen. Walther lässt hier seine Sicht auf die Geschichte der westdeutschen Nachkriegskunst mit all ihren Grabenkriegen und Revierkämpfen in der Art eines Bilderbogens Revue passieren. Flankiert wird die Herausgabe des voluminösen Bandes von einer  Ausstellung des "gezeichneten Romans" im Heimatmuseum seines Geburtsorts Fulda. Diese Ausstellung ist noch bis zum 31.1.2010 zu sehen.

Über die Website der Rittergallery Klagenfurt können Vorzugsausgaben mit je einer signierten Originalzeichnung erworben werden.

1) Bestaunen einer Coca Cola-Reklame im "Fuldaer Hof" in Maberzell, 1946

2) Zeichnen im eigenen kleinen Atelier an der Werkkunstschule Offenbach, 1958

3) Galerist Alfred Schmela im Arbeitsraum, Düsseldorf, Talstraße 69, 1964

 

5/12/2009 New
Steve Bell on Bankers´ Bonuses

Steve Bell´s Guardian comment cartoon on the following news: Ministers turn up the heat on City over bonuses amid calls for tax on banks (4 Dec 2009)

28/11/2009 Note
Visualizing Memory in a Second

It only takes one second to follow the way in which cartoonist Emmanuel Guibert managed to visualize the vaporous nature of memory in his graphic documentary on the reminiscences of former GI Alan Cope, who served in  Europe during World War II.

22/11/2009 Exhibition / Catalogue
Paul Sandby, Topographer and Social Commentator

Paul Sandby (1731–1809), a contemporary of  the "picturesque" William Gilpin and the "antiseptic" Daniel Chodowiecki, is considered the father of a tradition of British topographical realism that was to culminate in the works of artists such as John Thomas Smith, Thomas Girtin, and John Constable. In the aftermath of the Jacobite uprising of 1745, Sandby was tasked as chief draughtsman with mapping the Scottish Highlands, a commission which also included preparing designs for new bridges and fortifications. These sketches were the basis of his series of watercolour landscapes, which helped to develop a new touristic image of "North Britain" and Wales. Beside his prolific and pioneering topographic practice, Sandby was also a very biting caricaturist and social commentator. His animadversion against the art and theory of his rival, the late William Hogarth, was a substantial one.

The exhibition Paul Sandby: Picturing Britain at the National Gallery of Scotland, Edinburgh features over one hundred loans, including oil paintings, watercolours, gouaches, prints and sketchbooks and is accompanied by an excellent catalogue, which also explores his role as a teacher and his innovations in printmaking.

7th November 2009 - 7th February 2010

Paul Sandby: View of the Ascent to the Round Tower, Windsor Castle. c. 1770 (Royal Collection)

18/11/2009 Neuerscheinung / Ausstellung
"Common Design - Lectures" von Martin Schmidl

Der dritte Band von Martin Schmidls fortlaufender "Lectures"-Zeichnungsserie ist wie die beiden Vorgängerbände im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, erschienen. In den Zeichnungen von "Common Design – Lectures / uni-ball eye mitsubishi 3"  vermischt Schmidl Porträtstudien der Vortragenden mit schriftlichen Notaten und Diagrammen zu Vorträgen aus den Bereichen Kunst sowie Design- und NS-Geschichte und entwickelt so eine ganze Reihe außergewöhnlicher Bildtexturen. Alle 180 Zeichnungen des Buches sind im Originalformat 210 x 297 mm abgebildet.

In der Ausstellung „Periodic table“, die von Katalin Timár in der Münchner Galerie Traversée kuratiert wurde, sind noch bis zum 16. Januar 2010 Beispiele von Schmidls "Lecture"-Zeichnungen zu sehen.

aus Martin Schmidl: Common Design – Lectures / uni-ball eye mitsubishi 3

25/10/2009 New Release
Melchior Lorck: Precursor of the "specials"

The projected monumental five-volume set (four of them are available now) by Erik Fischer is the first  extensive monographic treatment of one of the most interesting artists of the 16th Century. Melchior Lorck, or Lorch, originally Loris, born in 1526/27 in the former Danish Flensburg, was a contemporary of Pieter Breugel the Elder and a friend of cartographer Abraham Ortelius. He worked in locations as diverse as Constantinople and Antwerp, Hamburg and Vienna, and Rome and Copenhagen. Though still known only to a small circle of scholars, Lorck can be called a godfather of the "specials", - of those artists, who´s business was to lead an initerant life by making  graphic reports on spot in different regions of the world. With his astonishing concentration on the temporary aspects of life  he was a precursor of the Baudelairian  "modern" artist, a forerunner of travelling draughtsmen of the 17th century like Wenzel Hollar and Cornelis de Bruijn and of subsequent visual reporters like Constantin Guys, William Simpson and Melton Prior.


A Tartar carriage (woodcut)


"During the years 1555-1559, Melchior Lorck served as a member of the Imperial embassy representing the interests of The Holy Roman Empire at the court of Sultan Suleiman the Magnificent. This was the very embassy that – under the leadership of Ogier Ghiselin de Busbecq, who was widely renowned for the letters he dispatched from Turkey – enriched life in Europe with plants like horse chestnuts, tulips and lilacs and with manuscripts like the famous Vienna Dioscurides. From Turkey, Lorck brought back to Western Europe a large collection of studies of Turkish, Byzantine and Roman buildings and monuments and, equally amazing, studies of the Turkish people themselves.

Taking his point of departure in the studies he had made on the spot, Lorck brought forth – over the course of the ensuing twenty years – an enormous body of work consisting of drawings and graphic prints that were intended for publication. The works that are most widely known are the 12-meter long Prospect of Constantinople  and the set of woodcuts known collectively as The Turkish Publication, which did not actually appear in print until 1626 when it was published under the title `Wolgerissene vnd geschnittene Figuren…` – more than 40 years after what we presume to be the artist’s death. Here, for the very first time, The Turkish Publication is examined in relation to the fragments of a manuscript that Melchior Lorck penned specifically for the publication, although The Turkish Publication never saw the light of day during the artist’s lifetime as things came to pass. Both of these main works – The Constantinople Prospect and The Turkish Publication – are now being printed in their originally envisaged dimensions, in a high-quality rendition and replete with exhaustive descriptions."

(Excerpt from the publisher´s announcement)

Erik Fischer (with Ernst Jonas Bencard, Mikael Bøgh Rasmussen and Marco Iuliano): Melchior Lorck. Copenhagen 2009

 

The tent of a Turkish King. (woodcut)

View of the Roofs of Constantinople, ca. 1559. Pen drawing (Statens Museum for Kunst, Copenhagen)

17/10/2009 Recommended by: Ben Katchor
"They still draw pictures" - Children's drawings from the Spanish Civil War

"I've been enjoying the children's drawings from the Spanish Civil War. Saul Steinberg must have seen these drawings, complete with official rubber stamps." Ben Katchor

The website "They still draw pictures" shows over 600 drawings made by Spanish school children during the Spanish Civil War. It is provided by the Mandeville Special Collections Library / University of California, San Diego and  includes a digital reproduction of the book with the same title, together with images of all of the children's drawings held in the Southworth Spanish Civil War Collection.

Another part of  this drawing collection is kept in the Avery Architectural and Fine Arts Library. 153 images can be browsed on their website.

 


 Recto:  [For the defense of the National Artistic Treasures].

 Recto:  [Scenes before the war]. VersoMiguel Ibañez 11 años , Colonia Familiar Puebla Larga (Valencia) [Miguel Ibañez age 11, Family Camp Puebla Larga (Valencia)].

Recto:  [The crimes of the airforce. Camp School Villa Amparo, Cuart de Poblet, Pilar Martinez, age 14].

Recto:  [Francisco Molinuevo, age 14].


Recto:  (Stamp) Comunidades Familiares de Educación, El Perelló (Valencia).  [A scene from "Altar-piece of Wonders" presented in the Educational Family Communities of El Perelló. F. Ravelta age 13].

10/10/2009 Note
Steve Bell's Manchester Poetry

The website of The Guardian presents a nice little clip where you can trace the development of a Steve Bell-Cartoon. You can watch him sketching on the annual conference of the Tories in Manchester and follow him while trying to find a penetrative solution for the translation of the physical appearance of David Cameron, the  leader of conservative party, into a printable cartoon character.

3/10/2009 Ausstellung / Exhibition
Die Kunst der Reproduktionsgrafik: Zur Mezzotinto-Ausstellung im Gutenberg-Museum, Mainz

Die hohe Kunst der Reproduktionsgrafik ist viel zu lange ein Stiefkind der kunsthistorischen Forschung gewesen. Trotz der Allgegenwart von Pop, trotz der bereits Äonen alten medienreflexiven künstlerischen Fragestellungen von Noveau Realism und trotz der postmodernen Demontage des Paradigmas von der Allgewalt der Autorenschaft. 

Mit den fortschreitenden Verbesserungen im Bereich der fotomechanischen Wiedergabe war zu Ende des 19. Jahrhunderts der langen Entwicklungsgeschichte der interpretativen  Kunst ein jähes und unrühmlichen Ende beschieden.  Seit einigen Jahren ist nun erfreulicher Weise  ein verstärktes Interesse an diesem hoch interessanten Genre zu konstatieren. 2001 hatte Corinna Höper, die Kustodin der Graphischen Sammlung Stuttgart mit einer Ausstellung über Raffael und die Anfänge der professionellen Reproduktionsstecherei das Eis gebrochen. Dass die manuelle Reproduktionsgrafik mittlerweile wieder im Rampenlicht steht, ist nicht zuletzt den Plädoyers von Werner Busch zu verdanken, der in seinen Aufsätze und Vorträgen unermüdlich  auf die Relevanz von subtilen Techniken grafischer Übertragung hingewiesen hat. 2003 brachten Norberto Gramaccini und Hans Jakob Meier im Deutschen Kunstverlag  unter dem Titel "Die Kunst der Interpretation" einen ersten Band  zur Geschichte der  Reproduktionsgrafik heraus, der sich mit  der Phase ihrer höchsten Blüte im Frankreich der Barocke und des Rokkoko befasst. Die Abbildungsqualität  dieser Publikation konnte auch den strengen  Ansprüchen an die Leistungen der maschinellen Rastergrafik, die mit einem solchen Thema selbstverständlicher Weise  zu verbinden sind, tatsächlich genügen. Ein Nachfolgeband über die Geschichte des italienischen Nachstichs soll in Kürze erscheinen.

Das Gutenberg-Museum in Mainz widmet nun der druckgrafischen Reproduktionstechnik des Mezzotinto eine Ausstellung. Sie spürt den Wurzeln dieser ganz ungewöhnlichen Art des Tiefdrucks nach, der des gelungen war, die weichen tonalen Verläufe der Ölmalerei kongenial in das binäre System von Schwarz und Weiß zu übersetzen. Im 18. Jahrhundert war sie als "englische Manier" bekannt. Im Gegensatz zum Holzstich, der in seiner Spätphase die tonalen Effekte des Mezzotintos imitierte, war die so genannte Schabekunst, wie der Pressetext des Museums verlauten lässt, allerdings kein originär britisches Produkt: "Dass die Ausstellung in Mainz konzipiert und gezeigt wird, ist äußerst sinnvoll, denn die Verbreitung der Technik erfolgte von hier aus. Seit Januar 1654 hielt sich ihr Erfinder, Ludwig von Siegen, ein Soldat und kein Künstler, im Dienst des Kurfürsten in Mainz auf. Obwohl Ludwig von Siegen offensichtlich bemüht war, das Geheimnis seiner Erfindung für sich zu behalten, verbreitete sich die Kenntnis davon doch recht bald, und zwar interessanter Weise zunächst nicht unter Künstlern, sondern Dilettanten. Durch Ruprecht von der Pfalz gelangte das Mezzotinto nach England, wo es im 18. Jahrhundert die dominierende Technik der Gemäldereproduktion war."

Eva-Maria Hanebutt-Benz, die neben Isabella Fehle, der kooperierenden Direktorin des Landesmuseum Mainz für die Ausstellung und das Katalogbuch verantwortlich zeichnet, zählt seit geraumer Zeit zu den Koryphäen  auf dem Gebiet der Erforschung der Geschichte der Reproduktionsgrafik.

A.R.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------
Eine Auswahl deutschsprachiger Publikationen zum Thema:

Caecilie Weissert: Reproduktionsstichwerke. Vermittlung alter und neuer Kunst im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Berlin. 1999

Corinna Höper ed.: Raffael und die Folgen. Das Kunstwerk in Zeitaltern seiner graphischen Reproduzierbarkeit. Ostfildern. 2001

Norberto Gramaccini, Hans Jakob Meier: Die Kunst der Interpretation: Französische Reproduktionsgraphik 1648-1792. München und Berlin. 2003.

Katharina Krause, Klaus Niehr, Eva-Maria Hanebutt-Benz: Bilderlust und Lesefrüchte. Das illustrierte Kunstbuch von 1750 bis 1920. Leipzig. 2005

Dirk Blübaum, Stephan Brakensiek: Gestochen scharf! - die Kunst zu reproduzieren. Heidelberg. 2007

Werner Busch: Das unklassische Bild. Von Tizian bis Constable und Turner. Berlin 2009

Isabella Fehle, Eva-Maria Hanebutt-Benz ed.: Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten - Technik und Entwicklung des Mezzotintos. Mainz 2009.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 Die Ausstellung "Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten. Technik und Entwicklung des Mezzotintos"  ist im Gutenberg-Museum und im Landesmuseum Mainz vom 4.10 bis 29.11. 2009 zu sehen.

Informationen zu Veranstaltungshinweisen finden sich auf der Website des Gutenberg-Museums.

Prinz Ruprecht von der Pfalz: Der große Henker. nach Ribera. Mezzotinto, 1658 (Ausschnitt)

14/9/2009 MePri: In eigener Sache
Auch Gustav Seibt, aber diesmal um Verdun herum !

Eigentlich wäre es zu erwarten gewesen, dass die deutschen Feuilleton-Redaktionen eine Publikation, die den Geheimrat Wolfgang von Goethe als Brandstifter bringt, als einen Wegbereiter des deutschen Faschismus, einfach links liegen lassen würden, zumal diese von einem Außenseiter, einem Künstler verfasst wurde, der sich in den Augen von Historikern und Germanisten wohl kaum als satisfaktionsfähig erweisen würde. Umso mehr hat es überrascht, dass die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11.9.2009 dem Buch von Alexander Roob "Auch ich in Verdun. Zu den Zeichnungen und Ansichten des Kriegsreisenden Goethe", das 2006 in einer Zusammenarbeit des  Melton Prior Institut mit dem Salon Verlag Köln herausgebracht wurde, gleich eine fast ganzseitige Besprechung mit Abbildung gewidmet hat. Ob es allerdings so glücklich war, diesen Rezensionsauftrag in die Hände eines strammen Goetheaners wie Gustav Seibt zu geben, erscheint fraglich. Er referiert  den historischen Kontext von Roobs Buch, ohne dabei allerdings auf den brisanten Kern zu kommen. In den Schilderungen der Ereignisse des Frankreichfeldzugs, den Goethe begleitet hat, beschränkt  er sich fast ausschließlich auf dessen eigene Darstellung, von der bekannt ist, dass sie "frisiert" war, die ihm aber anscheinend als sakrosankt erscheint. Entscheidende Passagen in Roobs Buch, wie Goethes Treff mit Georg Forster beispielweise, die einen Aufschluss über Goethes tatsächliche Rolle als Kriegsberichterstatter geben können, lässt er einfach außen vor und muss insofern auch eine schlüssige Analyse von Goethes Verdun-Zeichnung schuldig bleiben. Seibt bezieht sich zwar in Inhalt und Überschrift direkt auf Roobs Buch, vergisst aber im Verlauf seiner Schreibe dann völlig, das Objekt seiner Rezension überhaupt auszuweisen. Hier hätte die Redaktion der SZ zur Wahrung ihrer Seriösität ihrem Autor besser auf die Finger schauen müssen.

Hans Lukas Lang

 

Alexander Roob: Goethe als Feldzugsbegleiter (Salon Verlag, 2006)

Gustav Seibt: Goethe als Landschaftszeichner (SZ,11.9.2009)

13/9/2009 Exhibition
Alejandro Jodorowsky's "Dune": An exhibition of a film of a book that never was

Next to Eisenstein's adaption of Karl Marx´ Capital and Orson Welles´Don Quixote, Alejandro Jodorowsky's  film version of Frank Herbert’s classic science fiction novel Dune belongs to the most legendary unrealized projects in the history of film. The cult Chilean filmmaker and  prolific writer of magic comic novels Alejandro Jodorowsky was one of the founders and exponents of the Panic  Movement in the early Sixties  and is best known for his Buddhist Western El Topo (1970).

Following the release of El Topo and his psychedelic quest movie Holy Mountain,  Jodorowsky embarked on his Dune project, gathering around him a group of collaborators that included the French comics artist Moebius, the Swiss artist H.R. Giger (who would later design the 1979 film ‘Alien’), the British sci-fi artist Chris Foss, and the British band Pink Floyd, who would provide the soundtrack. Among Jodorowsky’s proposed cast were Orson Welles, Mick Jagger and Salvador Dalí, the last of whom was to play the Emperor of the Universe, who ruled from a golden toilet-cum-throne in the shape of two intertwined dolphins. Unable to secure the money from Hollywood to create the ‘Dune’ of his imagination, Jodorowsky abandoned the film before a single frame was shot. All that survives of this project is Jodorowsky’s extensive notes, and the production drawings of Moebius, Giger and Foss. These reveal a potential future for sci-fi movie making that eschewed the conservative, technology-based approach of American filmmakers in favour of something closer to a metaphysical fever-dream.

The exhibition includes production drawings made by Moebius, H.R Giger and Chris Foss alongside commissioned work made in response by three international contemporary artists Steven Claydon, Matthew Day Jackson and Vidya Gastaldon.

London might be worth a visit this September.

17 September – 25 October 2009

The Drawing Room

Tannery Arts
Brunswick Wharf
55 Laburnum Street
London E2 8BD

The project is guest-curated by Tom Morton, Curator at The Hayward, London, Co-curator of The British Art Show 7 (2010 -11), and Contributing Editor, frieze magazine.

Chris Foss: The Emperor's Palace, 1975

6/9/2009 Links
Images of Mexico's drug cartel war by Alice Leora Briggs

In her allegorical drawings, Alice Leora Briggs reflects her experiences with the escalating violence along the Mexican borders. "My current focus is Ciudad Juárez. In this city one sees fiction in action, even an hour is time enough to blend truth with myth. I have traveled to sites of recent executions, photo-documented known death houses where members of the Juárez cartel have tortured, murdered and buried fellow citizens. (...) I have been to the Juárez morgue, witnessed the autopsy of a young man fresh from his execution, wandered among the unidentified corpses in the freezers, seen the guns and bullets and maggots and broken instruments of torture pulled from shallow graves."

The drawings consist of a similar blend of reality and catholic myth, which she finds in the sites of the border town and also the technique she uses bears suggestions of violence. Briggs mainly works with an X-acto knife, incising a surface of India ink over kaolin clay, a kind of modified version of Sgraffito.

B.P.


Alice Leora Briggs: Exempla Suburbia, 2009

Alice Leora Briggs: Trephining, 2009

4/9/2009 New Release
Josh Neufeld´s Hurricane Katrina Report

Josh Neufeld is  known as a long-time contributor to Harvey Pekar's  autobiographical "real life" series American Splendor. In his graphic novel A.D.: New Orleans After the Deluge  he tells the story of hurricane Katrina and its aftermath „from the perspective of real people still dealing with the storm each and every day."

Neufeld further describes his work: "A two-part prologue sets the scene and shows the storm. In chapter one, I introduce A.D.’s characters, who include a sixth-generation New Orleanian with a Master’s Degree in counseling; a medical man-about-town based in the French Quarter; an Iranian-born owner of a family-run supermarket; the teenage son of a pastor from New Orleans East; and a twenty-something music ‘zine publisher and his girlfriend. The complete A.D. webcomic  — the 2-part prologue, 13 chapters, and an epilogue — is hosted on the SMITH Magazine website, which also features audio & video interviews with the real subjects, a Hurricane Katrina resource list, and an active blog. We also do something pretty unique in the webcomic, which is provide links throughout the comic to podcasts, YouTube videos, archived hurricane tracking reports, and even personal details like The Doctor’s favorite mixed drink recipes. So as you’re paging through the story and you see a link, you can follow it to find out more about the character or event I’m portraying. It’s like 'American Splendor 2.0'!Before Katrina, I had very little personal connection to New Orleans, other than the fact that my wife and I had visited the city for about a week in 2003. Then, when the hurricane hit, I was so affected by the tragedy that I volunteered with the Red Cross."  (Josh Neufeld, 29-1-09

Besides his own experiences as a Red Cross volunteer, Neufeld draws upon interviews with the actual people represented in the story as well as upon newspaper and blog accounts of the events.

An extended hardcover version of his Katrina Report is published by Pantheon Graphic Novels.

Josh Neufeld: A.D.: New Orleans After the Deluge

2/9/2009 Zum Downloaden
Kai Pfeiffer´s Tschernobyl - Report

Electrocomics, der Verlag für Bildschirmcomics bietet in seinem Archiv mittlerweile eine  erstaunliche Vielzahl von grafischen Erzählungen internationaler Comic - Künstler zum Downloaden an, darunter Peter Blegvad, Oliver Grajewski und Uli Lust.

Radioaktiv forever, die grafische Recherche von Kai Pfeiffer, die Electrocomics vertreibt, ist, so die hauseigene Mitteilung „ ein Sachcomic“, der „ganz ohne des Autors gewohnte sprachliche Extravaganzen“ auskommt. Will heissen: Eher Brecht als Sterne bzw. Töpffer.  Es gibt eine Botschaft, und die ist ebenso einfach wie wirkungsvoll in Bild und Ton gesetzt. Dabei gehen Lichter auf.  Und es zeigt sich: die Illumination des Bildschirms eignet sich für die  Visualisierung von luziden Strahlungseinheiten ganz besonders.

Hier der Link,  --- und: vorm Konsumieren bitte den Obolus nicht vergessen.

Electrocomics also provides an English version

A.R.

Kai Pfeiffer: Radioaktiv forever - ein comic essay

26/8/2009 Presseschau
Ben Katchors "Der Jude von New York"

Im April diesen Jahres ist im Berliner Avant-Verlag Ben Katchors The Jew of New York  auf deutsch erschienen. Die Übersetzung und das kongeniale Lettering hat der Berliner Comic-Künstler Kai Pfeiffer besorgt, der zusammen mit Katchor Teilnehmer der Tauchfahrten-Ausstellung gewesen ist. Ben Katchor ist  außerdem mit einer druckgrafischen Arbeit in der Bremerhaven-New York-Edition des MePri vertreten, die Ende letzten Jahres erschienen und über diese Website erhältlich ist.

Es hat eine Zeit gedauert, bis die Rezensenten der diversen Feuilleton-Redaktionen Katchors komplexen grafischen Historienroman über Mordecai Noah,den Propagandisten eines jüdischen Staats auf amerikanischem Boden, durchgearbeitet und im Sommerloch platziert haben. So lässt sich mittlerweile zu diesem digressiven Epos eine veritable Presseschau zusammenstellen, das, so der Grundtenor, zu den Grosstaten der Comicgeschichte gezählt werden kann:

Jens Meinrenken im Berliner Tagesspiegel  vom 23.4.2009

(dort auch ein Interview mit Ben Katchor von Lars von Törne vom 25.4.2009)

Christian Gasser in der Neuen Zürcher Zeitung vom 24.7.2009

Ole Frahm in der Frankfurter Rundschau vom 11.8.2009

Thomas von Steinaecker in der Süddeutschen Zeitung vom 26.8.2008

12/8/2009 DC - Reportage Comic
Civil War in Uganda: Dr. Lwanga Moses as the Unknown Soldier

Not many monthly comic books come with a glossary, but not many comics are like Unknown Soldier. The series, written by Joshua Dysart and illustrated by Alberto Ponticelli, is set in Uganda and includes a reference guide with more than 20 entries, including background on the brutal rebel group the Lord’s Resistance Army; the peace activist Abdulkadir Yahya Ali, who was killed; and the Acholi, an ethnic group from the northern part of the country.

Unknown Soldier, published by Vertigo, an imprint of DC Comics, is about Dr. Lwanga Moses, a Ugandan whose family fled the country for the United States when he was 7. He returns as an adult in 2002 with his wife, Sera, also a physician, hoping to put their medical skills to use in a part of the country that has experienced civil war for 15 years. He finds a world filled with violence, boys used as soldiers and girls punished for innocent acts like riding bicycles.

This hardly seems like the stuff of traditional comic books, but Unknown Soldier is a regular series; a collected edition, which reprints the first six issues, will be in bookstores beginning on Aug. 26. Dr. Moses, the title character, whose face is wrapped in bandages, is actually a reimagining of a DC protagonist from 1966 who was disfigured during World War II, wrapped in heavy bandages and sent on espionage missions.

Read the full article by George Gene Gustines in the New York Times

Dr. Lwanga Moses as a DC - Superheroe (Vertigo / DC)

5/7/2009 Ausstellung
Karl Valentin, Komik und Kunst seit 1948

Die von Michael Glasmeier und Wolfgang Till kuratierte Ausstellung geht den Einflüssen Valentins in der zeitgenössischen Kunst nach. Sie versteht sich allerdings weniger als eine Hommage, sondern eher als ein Versuch, sich gerade in den Experimenten zeitgenössischer Künstler der präzisen und anarchistischen Möglichkeiten des Komischen zu vergewissern. Sie feiert den methodischen Wahnsinn der künstlerischen Komik in seinen wesentlichen Formungen und damit gleichzeitig jene geniale Ökonomie Karl Valentins, die sich in allen Exponaten mehr oder weniger ausdrücklich aufspüren lässt.

Das Melton Prior Institut präsentiert im Rahmen dieser Ausstellung Sammlungsbestände zur Entwicklung der Salon- bzw. Kunstkarikatur, ein Genre, das  Karl Valentin zur Gründung seines berühmten Panoptikums inspiriert hatte.

Gezeigt werden u.a. Werke folgender Künstler: John Baldessari, Samuel Beckett, Joseph Beuys,  Claus Böhmler, Christian Boltanski, George Brecht, Marcel Broodthaers,  Peter Fischli und David Weiss, Terry Fox, Gilbert & George,  Rodney Graham, Richard Hamilton,  Mauricio Kagel,  Arthur Köpcke,  Jonathan Monk, Johannes Muggenthaler,  Dan Perjovschi,  Dieter Roth, Reiner Ruthenbeck, Tomas Schmit,  Roman Signer, Andreas Slominski,  Timm Ulrichs, Ben Vautier...

Muenchner Stadtmuseum, Muenchen.  24. Juli bis 15. November 2009

Ein Katalog erscheint im Verlag Silke Schreiber, München

Wilhelm Scholz: Die Berliner Kunstausstellung im Jahre 1846

30/6/2009 Ausstellung
Retrospektive des Malers und Pressezeichners Richard Duschek

Anlässlich seines 50sten Todestags zeigt die Stadt Besigheim eine Retrospektive des Malers Richard Duschek. Duschek zählte in den 1920er und 30er Jahren  zu den vielbeschäftigten Illustratoren und Pressezeichnern. Er illustrierte u.a. Romane und Erzählungen von Charles Dickens, Wilhelm Hauff und Fjodor Dostojewskij.
Als Pressezeichner  arbeitete für einige der meist verbreiteten Zeitschriften der Zeit, u.a. die Leipziger Illustrirte Zeitung, Die Gartenlaube und Die Woche. Eines der bevorzugten Themen seiner Bildreporten waren touristische Aktivitäten.  Er begleitete häufig Gruppenreisende oder Leserreisen und zeichnete  Szenen auf dem Kreuzfahrtschiff, Wandern in den Alpen, Sightseeing in den europäischen Metropolen, Strandurlaub in bekannten Seebädern etc. Wie ein Flaneur durchstreifte er  die Metropolen Berlin und Paris und suchte seine Motive in Bars und Cafés, in Mussen und in Kinos.

Richard Duschek wurde am 29. Mai 1884 in Neugarten (Nordböhmen) geboren, lebte und arbeitete von 1900 bis 1943 in Berlin und zog 1943 nach Besigheim, der Heimatstadt seiner zweiten Ehefrau.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Günther Bentele, Ulrike Maushake, Brigitte Popper, Cynthia Thumm und Uwe Jens Wandel.

Ausstellung im Steinhaus Besigheim vom 11. Juli bis 23. August

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa 14-18 Uhr; Do 14-21 Uhr; So 11-18 Uhr; Mo geschlossen. Eintritt frei.

Pergamonaltar, Berlin um 1930

Schifffahrt auf der Monte Pascoal, Leith – Hamburg, 17. Juni 1934

Dreharbeiten zu Werft zum grauen Hecht, Bootswerft, Pichelsdorf, um 1935

 

4/6/2009 Lecture # 18
Astrit Schmidt-Burkhardt: Maciunas' Atlas-Projekt

George Maciunas' Oeuvre von rund drei Dutzend Geschichtsdiagrammen entstand zwischen 1953 und 1973. Zunächst als vielseitig interessierter Student, dann kurzzeitig als Architekt, längerfristig als Fluxus-Initiator und schließlich als New Yorker Stadtentwickler von Fluxhousing Cooperatives hat sich Maciunas über einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit der diagrammatischen Veranschaulichung von historisch-politischen, kulturgeschichtlichen, ökonomischen, und künstlerischen Kausalitäten auseinandergesetzt. Die große Bandbreite dieser Arbeiten reicht vom spärlichen Informationsgerüst bis zum dichten Datenteppich. Auf vielfältige Weise wurden Fragen der Geschichtsschreibung und der Bildpolitik immer wieder neu gestellt. Das ist bekannt. Weitgehend unbekannt blieb dagegen die Tatsache, dass sich Maciunas auch als "Map Artist" hervorgetan hat. Das diagrammatische Schaffen von Maciunas begann nämlich mit einem bemerkenswerten Kartenwerk. Dieses Atlas-Projekt steht zugleich am Anfang der kartographischen Aufklärungsarbeit, die zahlreiche Künstler in den 1960er und 70er Jahren mit ihren kritischen Entwürfen von Landkarten betrieben haben.

Die Bildhistorikerin Astrit-Schmidt- Burckhardt forscht zur  genealogischen Diagrammatik der Avantgarden.

Di. 30.6., 19 Uhr

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Mehrzwecksaal (Neubau)

aus: George Maciunas´ Atlas-Projekt

4/6/2009 Exhibition / Publication
Aloys Oosterwijk - Courtroomdrawings Roadshow

Dutch courtroom artist Aloys Oosterwijk prefers a very caricature like mode of reporting. He is also specialized in drawings of reconstruction. The third station of his Rechtbankprenten Roadshow is the Cafe Kamerz in Amsterdam (June / July). In November and December his drawings will be shown in the Palace of Justice in Breda.

Cafe Kamerz, Van der Hoopstraat 29 W, 1051 VB Amsterdam.

The series of exhibition is accompanied  by a publication: Aloys Oosterwijk, Op de Huid. 2008

 

3/6/2009 Ausstellung
BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg.

Nachrichten aus dem Krieg gibt es seit über 2000 Jahren. In der Antike wurden sie mit reitenden Boten oder weithin sichtbaren Leuchtzeichen verbreitet. Durch technische Erfindungen wie dem Buchdruck im Mittelalter war es möglich, die Nachrichten schriftlich zu verbreiten. Im 19. Jahrhundert wurden der Telegraf und die Fotografie erfunden und auch im Krieg eingesetzt. Die Ausstellung zeigt den Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und der Veränderung des Bildes vom Krieg. Seit dem Ersten Weltkrieg kamen Flugzeuge mit Kameras zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg haben Radio und Film, seit den 1960er Jahren das Fernsehen die Berichterstattung über Kriege bestimmt. Im 21. Jahrhundert kommen Handys und Internet verstärkt dazu. Kriegsbilder sind nun nahezu jederzeit und an jedem Ort verfügbar. Diese Entwicklung zeigt die Ausstellung. Sie zeigt auch, wie sich die Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch die technischen Innovationen verändert haben.

Im Rahmen der Ausstellung wird vom 3. bis 6. September die internationale wissenschaftliche Tagung „Wahrheitsmaschinen“ stattfinden. Der Einfluss technischer Innovationen auf die Darstellung und das Bild des Krieges in den Medien und Künsten steht dabei im Mittelpunkt. Wie sind Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch technische Innovationen von der Antike bis zur Gegenwart des
21. Jahrhunderts verändert worden? Wie haben die Künste  auf diese Veränderungen reagiert? Diesen und weiteren Themen wird sich die Tagung widmen, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ausstellung in Osnabrück vom 22. April bis zum 4. Oktober 2009 - Kooperation zwischen Museum Industriekultur, Kunsthalle Dominikanerkirche, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und European Media Art Festival

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch

Afghanischer Kriegsteppich (Slg. Mohm)

5/5/2009 MePri Lecture # 17
Luis Camnitzer

Der im amerikanischen Exil lebende uruguayische Bildhauer und Grafiker  Luis Camnitzer, geb. 1937 in Lübeck, ist in den frühen sechziger Jahren als Pionier einer politisch engagierten Form von Konzeptkunst hervorgetreten. In Deutschland war sein Werk erstmalig 2003 in einer umfassenden Retrospektive  zu sehen, zudem war er 2002 Teilnehmer der Documenta 11. Er ist aber auch ein in zahlreichen internationalen Zeitschriften aktiver Autor und Kritiker und hat darüber hinaus etliche Ausstellungen kuratiert.

In seinem Vortrag wird Camnitzer einen Überblick über die Entwicklung seines vielgestaltigen Werks geben, in dem auch die Druckgrafik eine grosse Rolle spielt.


Donnerstag, 28. Mai 2009 um 19 Uhr

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Alte Aula (Altbau)

 

5/5/2009 Ausstellung
Max Lingner. 1888 - 1959

Der  Leipziger Grafiker Max Lingner, der nach dem 1. Weltkrieg auf Anraten von Käthe Kollwitz nach Paris übergesiedelt war, machte sich in den 1930er Jahren dort als Pressezeichner und Plakatgestalter einen Namen. Seit 1934 Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei, gestaltete er die politische Ästhetik der Volksfront in Frankreich mit. Im Zweiten Weltkrieg war Lingner in französischen Lagern interniert und arbeitete für die Resistance. Seine Zeichnungsserien, die 1941 in dem Lager Gurs entstanden sind, bilden das Kernstück der Ausstellung.

Nach dem Krieg wurde Lingner in Ost-Berlin Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste und Professor für «Malerei des Zeitgeschehens» an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 

24. April – 16. August 2009

Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim

 

 

27/3/2009
Sergej Eisenstein: The Mexican Drawings

Despite Eisenstein's enormous influence on 20th century culture his extensive oeuvre of drawings has only been presented on rare occasions.

The exhibition in Extra City brings together an extensive selection of drawings of the Russian State Archives of Literature and Art in Moscow (RGALI) made by Eisenstein during his visit to Mexico in 1931/32, including works never before presented in public. In Mexico, Eisenstein developed his drawings in a parallel manner to the Surrealists' Ecriture Automatique, producing a large number of variations on recurring motifs, merging archaic and modern myths, exploring obscenity, violence, and forms of ecstasy through a single, amorphous line.

The exhibition will further include short excerpts from the unfinished 'Que viva México!', the film Eisenstein came to shoot in Mexico, and which he would tragically be excluded from editing. The film's hybrid images depict Mexican life as a simultaneity of past and present. Reminiscent of, and yet surpassing the modern 'primitivist' fascination with the 'archaic', Mexico presented for Eisenstein a tableau of dialectic imagery that allowed him to re-conceptualize the role of modern art and revolutionary cinema in traversing the modern dichotomies of subject and object, rational and irrational, inside and outside, individual and collective, and even death and life.

Further to this we will be presenting the recent publication of Eisenstein's monumental, uncompleted book: 'Method'. Eisenstein conceived this work as being three-dimensional, which he imagined taking a spherical rather than a linear form. The 1.700 pages of text, drawings and notes, oscillating between Russian, English, French, German and Spanish, are being published in a four-volume edition edited by Oksana Bulgakowa for Potemkin Press (Berlin/San Francisco, 2009).

Curated by Oksana Bulgakowa and Anselm Franke.

03.04.09 - 21.06.09

Extra City Antwerpen
Center for Contemporary Art
Tulpstraat 79
BE-2060 Antwerpen
Belgien

18/3/2009
Panel on "20th-century War Art in Asia"

Call for Papers

Vancouver, October 8-11, 2009
Deadline: March 25, 2009

This panel on 20th century war art in Asia responds to the growing international interest in "war art," which art historian Laura Brandon defines as "art shaped by war." Studies on war art have generated stirring questions: why does war art tend to be omitted from art historical narratives? Over sixty years after the Second World War, how do we understand artists who collaborated with militarists and perpetrators? How should propaganda art be displayed in museums now? How did/do artists try to represent extreme psychic conditions experienced by soldiers, civilians, and survivors during/ after wars? How has the development of media and technology changed ways in which violence is visually represented? What are implications of the war art studies in contemporary society where more and more war imagery has become accessible through photography, television, movies, videogames, and the internet?

We seek presenters whose papers will discuss issues including but not limited to art and propaganda, art of colonialism/ imperialism, fascist/ totalitarian/ militarist aesthetics, war art and museums, anti-war art, transnational artistic exchanges during wars, contemporary appropriations and receptions of war art, and limitations and censorship imposed upon scholarship on war art. The panel, which will be held at the Canadian Asian Studies Association conference in Vancouver, BC (October 8-11, 2009) will comprise three/four presenters and a discussant. If you are interested in participating either as a presenter or as a discussant, please email a 250 word abstract and a CV to both organizers, Ming Tiampo (ming_tiampo@carleton.ca) and Asato Ikeda (iasato@interchange.ubc.ca) by March 25, 2009.

Organizers: Ming Tiampo (Assistant Professor at Carlton University) and Asato Ikeda (Ph.D student at University of British Columbia)

3/3/2009 New
Link Archive: War Artists

A new section on War Artists in our Link Archive

Steve Mumford, Bhagdhad Journal: Charlie 1-153 off Haifa Street
Sgt. Jerry Holland of the Arkansas National Guard off Haifa Street.
An insurgent fired a burst from a machine gun over our heads just after I started the drawing.

1/3/2009 New Release / Exhibition
European War Prints, 1500-1825

The Plains of Mars: European War Prints, 1500—1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation is the first large-scale exhibition to survey the theme of war and peace in the early modern period specifically through the graphic print. Among the artists represented are Albrecht Dürer, Annibale Carracci, Jacques Callot, Francisco de Goya, and Théodore Géricault.

The show is divided into five thematic categories, providing considerable overlap and interplay: 1) War; 2) Soldiers; 3) Soldiers and Civilians; 4) Battle; and 5) Peace. The exhibition presents varied images of soldiers; battles (including specific historical events); production, innovation, and instruction in arms and armor; and representations of abstract concepts related to war and peace.

Museum of Fine Arts Houston

February 7 - May 10, 2009 at the Audrey Jones Beck Building

-------------------------------------------------------------------

The catalogue "The Plains of Mars: European War Prints, 1500-1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation" is published by Yale University Press.

25/2/2009 Ausstellungshinweis
Sandow Birk: The Depravities of War / Die Schrecken des Krieges

Die Art von kernigem Realismus, der Sandow Birk in seinen Historienmalereien frönt, gehört zu einer Facette nordamerikanischer Kunst, die dort zwar ungebrochen populär ist, die aber in Europa nie so recht Fuß fassen konnte. Wem ist hierzulande beispielsweise der Name George Bellows ein Begriff – ein Künstler, dessen muskulöser Sozialrealismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der New Yorker Malereiszene tonangebend war und als dessen Nachfolger der kalifornische Malerstar Sandow Birk von seinen Galerien heute gehandelt wird? Und nicht nur Bellows drastische Weltkriegsgrafiken haben erklärtermaßen bei Birks Holzschnittfolgen zum Irakkrieg Pate gestanden, sondern auch die beiden unvermeidlichen Vorbilder von Kriegsgräueldarstellungen aller Art, Jacques Callots Kupferstichfolge "Les Misères et Les Malheurs de la Guerre" von 1633 und Francisco Goyas Radierzyklus "Desastres de la Guerra".

Erstere ist auch in dem opulenten Bildband, der 2007 zu Birks "The Depravities of War" erschienen ist, komplett abgebildet. Die raumgreifenenden Holzschnitte des Kaliforniers verstehen sich als eine Paraphrase auf Callots barocke szenische Darstellungen aus dem dreißigjährigen Krieg. Indem Birk die allseits bekannte Bildberichterstattung des Irakkriegs aus ihrer Pixel-Entität in die Schraffuren einer klassischen Drucktechnik  überführt, gelingt es ihm, die flüchtigen  visuellen Bruchstücke tagesaktueller Kriegsberichterstattung in einen überzeitlichen, bilderbogenartigen Erzählzusammenhang zu  entrücken. Das Medium Holzsschnitt erweist sich dabei als erheblich wirkunsgvoller als die Malereien, mit denen Birk diesem Thema ansonsten auch zu Leibe rückt.

Der Heidelberger Kunstverein zeigt nun als erste europäische Institution eine Einzelausstellung von Sandow Birk, die sich auf die fünfzehn Holzschnitte seines Kriegszyklus konzentriert.  B.P.

28.02.-03.5.2009

Heidelberger Kunstverein

Ausschnitt

Ausschnitt

17/12/2008 Ausstellungshinweis
Ausstellungen der ersten Grafik-Edition des Melton Prior Institut

BREMERHAVEN - NEW YORK
mit druckgrafischen Arbeiten von

Luis Camnitzer
Bogdan Hoffmann
Birgit Jensen
Ben Katchor
Stephan Mörsch
Alexander Roob
Dierk Schmidt
Paul Schwer
Andreas Siekmann
Susan Turcot

Das Melton Prior Institut hat in den Jahren 2007/2008 mit einer Reihe internationaler Künstler/innen eine druckgrafische Mappe produzieren können, die den Standort Bremerhaven im allgemeinen und die Migrationslinie Bremerhaven – New York im besonderen thematisiert. Bremerhaven, seit Mitte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Auswanderungshäfen in Europa, wird in seiner historischen und zeitgenössischen Bedeutung aus unterschiedlichen künstlerischen Gesichtspunkten in den Blick genommen. Diese Edition repräsentiert nun nicht nur ein breites Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungen mit diesem Themenkreis, sondern auch eine große Vielfalt druckgrafischer Lösungen – von „klassischen“ Techniken wie Radierung, Siebdruck und Steindruck bis hin zum Digitaldruck und Kombinationsverfahren. Ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit bestand in der Recherche vor Ort, dem Zeichnen vor dem Motiv als Gedächtnisskizze, als Grundlage druckgrafischer Ausarbeitung.

Kunsthalle Bremerhaven
Fr. 16. Januar 2009, 17 Uhr

Galerie Ursula Walbröl, Düsseldorf
17. Januar  bis 28. Februar 2009
Eröffung am 17. Januar, 18 - 20 uhr

11/12/2008 Link
Henri Michaux on UbuWeb

This contribution on the famous Belgique draughtsman includes the astonishing document "images du monde visionnaire", an educational film by Henri Michaux and Eric Duvivier which was produced in 1963 by the film department of Swiss pharmaceutical company Sandoz "in order to demonstrate the hallucinogenic effects of mescaline and hashish.

19/11/2008 Link
Unterwegs - Gezeichnete Reportagen

Die Hochschule Luzern, Design & Kunst präsentiert auf ihrer Website einen Online-Katalog der Ausstellung «Unterwegs – gezeichnete Reportagen», die 2006 im Rahmen des Luzerner Comic-Festivals Fumetto stattfand. Gezeigt wurden Reisetagebücher, Skizzenbücher und eine Auswahl von Originalarbeiten. Die Bandbreite war gross: Von Robert Weavers Skizzen  aus den Beständen des MePri über die Arbeiten von deutschen, schweizer, englischen, finnischen… Künstlern bis hin zu den von jungen französischen Comic-Autoren gezeichneten Doppelseiten der französischen Tageszeitung «Libération»

11/10/2008 Hinweis
David Friedmann (1893-1980) - Exhibition and Publication

Mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Berliner Philharmonie und der Neuerscheinung einer kleinen monographischen Publikation zum pressegraphischen Werk von David Friedmann  gilt es die Wiederentdeckung eines wichtigen Reportagezeichners der Weimarer Zeit zu feiern. David Friedmann war ein Schüler von Lovis Corinth, der im Berlin der zwanziger Jahre mit spätimpressionistischen Malereien reüssiert hatte. Mit der nationalsozialistischen  Machtergreifung 1933 fand seine künstlerische Karriere ein abruptes Ende. Der jüdische Künstler floh mit seiner Familie nach Prag und wurde von dort aus zuerst ins Ghetto von Lodz und schließlich nach Auschwitz deportiert. Nahezu das gesamte malerische und graphische Werk Friedmanns aus der Berliner Zeit ist von der Gestapo vernichtet worden.

Als hervorragendem Porträtisten war es Friedmann ab 1924 gelungen, sich neben bekannten "Kopfjägern" wie Fred Dolbin und Emil Stumpp  als einer der profiliertesten Pressezeichner der Zeit zu etablieren. Vor allem für die "BZ am Mittag", die im Berliner Ullstein-Verlag erschien, fertigte er Hunderte von Schnellporträts an. In  Zusammenarbeit mit Friedmanns Tochter Miriam Friedman Morris ist es dem Berliner Kunsthistoriker Detlef Lorenz gelungen, die raren Spuren, die sich von Friedmanns vergessener Wirksamkeit erhalten haben, ausfindig zu machen.

In der Ausstellung, die am geschichtsträchtigen 8. November 2008, dem siebzigsten Jahrestag der Reichskristallnacht um 18 Uhr in  der Konzerthalle der Berliner Philharmonie eröffnet wird, ist eine Reihe von dreißig Porträts berühmter jüdischer Mitglieder des Berliner Orchesters zu sehen, die später alle das gemeinsame Emigrantenschicksal teilten. Die Porträts fanden sich in reproduzierter Form in den Ausgaben der Programmzeitschrift "Der Deutsche Rundfunk". Die Ausstellung ist bis zum 3.1.2009 zu sehen.

Die  kürzlich  im Verlag Hentrich & Hentrich  erschienene Publikation von Detlef Lorenz zum pressegraphischen Werk Friedmanns zeigt ein breiteres Spektrum seiner Porträtzeichnungen, darunter die Konterfeis von Arnold Schönberg, Ernst Toller und Curt Bois.

Einige interessante Links auf das Werk von Friedmann:

> Friedmanns Biographie mit Bildbeispielen

> Friedmanns Ghetto-Zeichnungen und Auschwitz-Bilder

> Lost Art Internet Database

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

The painter and graphic artist David Friedmann lived in Berlin from 1911 and was a student of Herrmann Struck (etching) and Lovis Corinth (painting). Until the Nazis came to power in 1933, Friedmann was a successful artist producing late impressionist landscapes, still lifes, and nudes. In 1938, he fled with his young family to Prague only to be deported in 1941 to the Lodz Ghetto and then in 1944 to Auschwitz. Almost his complete works were confiscated and probably destroyed by the Gestapo.  

Friedmann, who had a reputation as an excellent portraitist, had the opportunity in 1924 to sketch, mainly portraits, for various newspapers and magazines. According to his own information, he portrayed hundreds of personalities from the theatrical world and in music, politics, and sports. This volume shows a small selection including Arnold Schönberg, George Szell, Gregor Piatigorsky, Simon Goldberg, Richard Tauber, Leo Slezak, Curt Bois, Carl Ebert, Emanuel Lasker, among others.

On November 8, 2008 at 6:00pm, the eve of the 70th anniversary of Kristallnacht, there will be an exhibition of David Friedmann Art opening at the Berlin Philharmonic Concert Hall scheduled through January 3, 2009.  Reproductions of thirty discovered portraits will be displayed – of mostly Jewish exiled composers, violinists, pianists, conductors, cellists, who were forced to flee during the Nazi regime.  The portraits were among 200 drawings found in the radio program magazine for all German listeners "Der Deutsche Rundfunk".  From the hundreds of drawings lost during the Nazi Regime, one has fatefully emerged just in time for the exhibition, the portrait of Czech violin virtuoso Váša Príhoda.

A few interesting  links:

> A new publication by Detlef Lorenz focusing on Friedmans portraits.

> His Biography and some examples of his editoral graphics

> Friedmanns Ghetto-Drawings and Auschwitz-Pictures.

> Lost Art Internet Database

1/10/2008 Recommended Exhibition
TINA

In the 1980s Margaret Thatcher made the notorious neo-liberal statement 'there is no alternative' (TINA for short), meaning that global free market capitalism is the only tenable economic theory.

This exhibition in the DRAWING ROOM, London, curated by Olivia Plender, brings together an international group of artists who make work across a range of media including drawing, film, performance, sculpture and installation. The works in the show use a historical perspective to address issues ranging from the social effects of the collapse of communism and the troubled relationship between capitalism and ideas of liberty, to the strategies of withdrawal and secrecy used by off-shore companies, fictitious capital, and the ubiquitous use of Post-Modern architecture to manipulate a sense of scale and history in post-Thatcher Britain.

Participating artists: Petra Bauer, Pablo Bronstein, Melanie Gilligan, Goldin+Senneby, Anja Kirschner, Ciprian Muresan, Olivia Plender

9 October – 30 November 2008

The Drawing Room
Tannery Arts
Brunswick Wharf
55 Laburnum Street
London E2 8BD

Pablo Bronstein, Canary Wharf, 2007

25/9/2008 Neuerscheinung
Strapazin # 92: Augenzeugen

Die neue Ausgabe des Schweizer Comic Magazins "Strapazin" dreht sich um "Zeichnerinnen und Zeichner, die mit Leidenschaft und Akribie das Geschehen in ihrer nächsten Umgebung wahrnehmen, zu Papier bringen und uns damit ebenso gut unterhalten wie informieren." (Pressetext) Es enthält Reportagen über Verkehrsunfälle (Christoph Fischer), den Alltag italienischer Emigrantenfamilien (Valérie Losa), biographischer Erinnerungen über Kindheitserlebnisse in China (Yan), illustrierte Interviews aus  Südindien (Andrea Caprez, Andreas Gefe, Christoph Schuler), sowie einige Beispiele graphischer Stadterkundungen (Peter Blegvad, Ben Katchor und Patrick Sandri).

 

20/9/2008 Neuerscheinung
"Bildgeschichten für Chinas Massen: Comic und Comicproduktion im 20. Jahrhundert" von Andreas Seifert

Der Tübinger Sinologe und Politikwissenschaftler Andreas Seifert legt mit dieser Publikation die erste umfassende Darstellung  der modernen chinesischen Bildergeschichte vor. Mit initiiert wurde diese neuzeitliche chinesische Comicbewegung in den 1930er Jahren von dem Dichter Lu Xun, der ebenfalls für eine Neubegündung des chinesischen Holzschnitts verantwortlich war. Das Buch verfolgt die lange Traditionslinie von der klassischen  textbegleitenden Illustration zu den eigenständigen Bildgeschichten im 20. Jahrhundert. Deutlich wird dabei, dass die "Lianhuanhua", die chinesische Form der Comics, in ihrer modernen maoistischen Ausprägung  bereits auf ein vielfältiges Repertoire grafischer Ausdruckmöglichkeiten aus den vorangegangenen Jahrhunderten zurückgreifen konnten

(aus: He Youzhi, Shiwu guan, Shanghai 1979)

17/9/2008 Recommended Exhibition
Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings

The Drawing Center  presents 'Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings' in the Main Gallery. This exhibition, featuring more than 200 works on paper, is the first U.S. museum exhibition of the artist's ongoing series of commissioned drawings derived from photographs of demonstrations published in the 'International Herald Tribune.'

While public protests and mass demonstrations are often associated with the leftist politics of the 1960s, Tiravanija's project reconsiders their relevance in today's political climate. For the 'Demonstration Drawings,' Tiravanija has commissioned Thai artists, many of them former students, to create a series of photorealistic pencil drawings depicting multifarious responses to power, oppression, and global capital. Tiravanija's drawings translate photojournalist depictions of acts of political spontaneity into a medium itself characterized by immediacy-turning ephemeral images of strife and social conflict into documents of political aspiration.

By providing a perspectival view of collective actions, political protests, and popular sovereignty movements worldwide, the 'Demonstration Drawings' confront commonly-held assumptions about globalization and the resistance to economic liberalism. This exhibition is curated by João Ribas.

In conjunction with the exhibition, The Drawing Center has published the newly-formatted 'Drawing Papers 79: Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings,' a 120-page publication featuring approximately 75 black-and-white reproductions of the works exhibited in the show as well as essays by curator João Ribas and noted journalist and literary critic David Rieff.

The Drawing Center
35 Wooster Street
New York, NY 10013

www.drawingcenter.org

September 12 – November 6, 2008
Tue – Fri, 10am – 6pm; Sat, 11am – 6pm

14/9/2008 Review
Das Van Gogh-Projekt der Albertina: Aufwändig gescheitert.

Allen, die bislang noch nicht zu der Einsicht durchdringen konnten, dass van Gogh in erster Linie ein eminent graphischer Künstler war, bietet sich nun in der großen Herbstausstellung der Wiener Albertina die Gelegenheit, das Versäumte anhand einer hochkarätigen Werkauswahl aus 51 Gemälden und 89 Zeichnungen nachzuholen.
Die Ausstellung folgt einer streng chronologischen Abfolge. Sie verteilt sich auf acht Räume, in denen die allmähliche Aufhellung seiner Palette durch alternierende Wandfarben nachvollzogen wird, vom deprimierenden Dunkelgrün der frühen holländischen Jahre bis  zum freundlichen Orange einer mediterranen Sonne.

Auch der opulente Katalog, der im Handel in einer Hardcoverversion erhältlich ist, offeriert in der intelligenten Durchmischung von zeichnerischem und malerischem Werk einen kulinarischen Genuss; vor allem bleibt dieser ganz ungetrübt  von den Schrecknissen des Massenparcours, den die real existierende Ausstellung vorstellt.  Van Gogh selbst hat übrigens die Reproduktionsdarstellung, am liebsten in möglichst billiger Verfremdungsqualität, weit mehr geschätzt als den Fetisch des Originals, sowohl aus ideologischen als auch aus künstlerischen Gründen. Insofern bleibt die Betrachtung seiner Kunst in der Form von Massenreproduktionen diejenige Art der Konsumierung, die seinem eigenen Ansatz den größten Respekt zollt.

Der Verdienst des Albertina-Unternehmens ist es, dass es mit all der institutionellen Autorität dahinter, dazu beitragen kann, die unsinnige kategoriale Auftrennung in van Goghs Werk ein für allemal zu beenden. Dafür sollte allein schon der knallige Titel der Schau, "Gezeichnete Bilder", sorgen. In dem Anspruch, "einen neuen Wahrnehmungsrahmen für van Goghs Schaffen" herzustellen, den Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder im Vorwort vollmundig verkündet, scheitert sie allerdings, denn sie geht einer detaillierteren Auseinandersetzung mit der Entwicklung seines komplexen Graphismus so weit wie möglich aus dem Weg. Ausreichende Versuche einer Beantwortung der Frage, wie sich der ausserordentliche struktureller Erfindungsreichtum  seiner Zeichensprache erklärt, werden nicht unternommen.

Ein weiteres Mal stellt sich nun die Frage, was die zeitgenössische Van-Gogh-Rezeption eigentlich davon abhält, dessen unablässige Bemühungen angemessen zu würdigen, sich umfängliche Kenntnisse über die Illustrationsgrafik und die Reproduktionstechniken seiner Zeit zu verschaffen. Die Zeugnisse, die dies belegen, liegen in seinem hervorragend edierten Briefwechsel vor, und sie sprechen von einer sehr systematischen und analytischen Durchdringung dieser Materie. Die Ergebnisse dieses erstaunlichen Beispiels einer frühen "artistic research" sind sukzessive in die Entwicklung seiner eigenen bildnerischen Sprache eingeflossen.

Die Katalogbeiträge verbleiben vom Informationsgehalt, den sie in der Sache bieten, auf einem hinlänglich bekannten, unbefriedigenden Niveau: Seine Sammlertätigkeit findet zwar beiläufige Erwähnung, auch beeilt man sich von einem generellen Einfluss dieser Illustrationsgrafiken auf van Goghs Kunst zu sprechen, ansonsten belässt man es bei dem völlig verfehlten Eindruck, es handle sich dabei um egalitäre Massenwaren, die von anonymen Gebrauchsgraphikern verfertigt worden sind. Dabei war es doch gerade van Goghs Bemühen gewesen, die Urheber auszudifferenzieren und ihre jeweiligen innovativen Leistungen zu registrieren, auch und vor allem, um sie für seine eigene Arbeit zur Anwendung bringen zu können. Einzig die drei Zeichner des "Graphic", Hubert Herkomer, Luke Fildes und Frank Holl werden einer Erwähnung wert befunden. Anscheinend haben sie sich gegenüber anderen, für van Goghs Kunst oft weitaus wichtigeren Grafikern vor allem durch ihre späteren Erfolge in der viktorianischen Porträt- und Genremalerei  und die dadurch resultierenden Erwähnungen in einschlägigen Künstlerlexika hinlänglich nobilitiert. Van Goghs Leistungen in der Erforschung der Illustrationsgrafik und auch seine Ambitionen, die Barrieren zwischen "High" und "Low" in der Kunst seiner Zeit zu überwinden, finden im Rahmen des Albertina-Projekts keine Beachtung.

Die Ausstellung ist das immens aufwändige Zeugnis einer vertanen Chance, auf der Basis der These einer graphisch geprägten Werkkonzeption ein neues Verständnis für die Kunst van Goghs und auch für dessen Person zu entwickeln. Der van Gogh, den uns Klaus Albrecht Schröder und seine Kuratoren servieren, muss ärgerlicherweise weiterhin im starren Korsett eines eruptiv-subjektivistischen Wesensschauers schmoren, in das ihn die nachfolgende Generation von Expressionisten gezwängt hat; ein Korsett, das zum Wiener Parcours und zu dem ihn abschließenden Devotionalien - Shop allerdings ganz wunderbar passt. Denn schliesslich muss folgende Kalkulation aufgehen: Die Durchschleussung von 4.500 Besucher täglich ist erforderlich, damit alleine die Aussenkosten der Show gedeckt sind.  Zur Finanzierung der gigantischen Versicherungsprämien  musste sogar  die österreichische Staatshaftung aufgestockt werden, was den parlamentarischen Vorgang einer  Gesetzesnovelle erforderlich machte. Man kann davon ausgehen: Wenn der verrückte Holländer nicht mindestens ebensoviel auf die Waage bringt wie der alte Dürer, der der bisherige Rekordhalter in punkto Massenattraktion ist,  dann werden wohl Köpfe rollen. Davor bewahre uns die Van Gogh - Klischeemaschine. (Alexander Roob)

Vincent van Gogh: Gezeichnete Bilder, 5. September bis 8. Dezember, Albertina, Wien

 

12/9/2008 World Premiere Event
A Checkroom Romance

Music by Mark Mulcahy / Libretto and Pictures by Ben Katchor

Cartoonist Ben Katchor and composer Mark Mulcahy created a multi-media musical that explores the mystery and wonder of the coat checkroom.

New York Public Library
Fifth Avenue and 42nd Street
New York, NY

Thursday, November 13, 2008
at 7:00 PM
South Court Auditorium


For more info visit the Cullman Center website.

5/9/2008 Neuerscheinung
Stephan Mörsch in Quedlinburg

"Das Projekt „Quedlinburg“ von Stephan Mörsch ist ein zeichnerischer Spaziergang an die Peripherie der Stadt und thematisiert kleine architektonische Freiheiten in einem reglementierten Ordnungssystem, dem Schrebergarten. Mörschs Zeichnungen und Miniaturen sind narrativ aufgeladene Parallelwelten, fiktionalisierte Fortsetzungen alltäglicher Beobachtungen mit einem Schuss Empathie." (Björn Egging)

Der Katalog zur Ausstellung, die Anfang des Jahres in der städtischen Lyonel-Feininger Galerie in Quedlinburg stattfand, ist im Textem-Verlag Hamburg erschienen.

10/8/2008 Hinweis
Daniel Chodowiecki: Sammlung Regensburg

Seit Beginn diesen Jahres ist die wohl umfangreichste Sammlung von Chodowiecki-Grafiken (ca. 2500 Stiche und 14 Zeichnungen), die der Hannoveraner Galerist und Chodowiecki-Spezialist Jens-Heiner Bauer zusammengetragen hatte, in den Besitz des Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg übergegangen. Die Sammlung enthält eine Vielzahl von originären Zustands-und Farbdrucken des bedeutendesten deutschen Illustrators des achtzehnten Jahrhunderts. Ediert wurden die Bestände der Sammlung 1982 von Bauer im Selbstverlag  in der Publikation "Daniel Nikolaus Chodowiecki, Das druckgraphische Werk". Neben den Berliner Sammlungen des Kupferstichkabinetts und der Gemäldegalerie hat sich  Regensburg mit diesem Ankauf nun als weitere bedeutende Anlaufstelle der Chodowiecki-Forschung etabliert.

Daniel Chodowiecki war neben Paul Sandby der wohl wichtigste Pionier der Reportagezeichnerei der auslaufenden Rokoko-Ära. In seinem MePri-Beitrag "Zügelloses Zeichnen", der sich über das Archiv der alten Website des Instituts abrufen lässt, hat sich Hans Lukas Lang mit dem Einfluss Chodowieckis auf die dokumentarische Zeichenweise von Adolph Menzel beschäftigt. 

 

5/8/2008 Weblink
Neue Zeichnungen von Andy Bleck

Der Zeichner Andy Bleck, der auf unserer Website schon vor einiger Zeit mit einem Pictorial zum Londoner Victoria & Albert Museum vertreten war, hat auf seiner Website eine Fülle neuer Zeichnungen, Aquarelle und Collagen zugänglich gemacht, die an den unterschiedlichsten Orten entstanden sind: http://www.konkykru.com/kunst#

23/7/2008 Ausstellungshinweis
Cony Theis - See Me

In ihrem situativen Einfühlungsvermögen und ihrer Beobachtungsgabe können sich die Gerichtszeichnungen der Kölner Künstlerin Cony Theis  mit denen ihres Vorbilds Erich Dittmann messen, dem 1999 verstorbenen Nestor  der westdeutschen Justizgrafik. (>Erich Dittmann).
Die Ausstellungtournee "Zeit richten" von 2004  hatte sich vor allem diesem journalistischen Aspekt im Werk  der Künstlerin gewidmet (Ein gleichnamiges Katalogbuch ist im Salon Verlag Köln erschienen).
In einer aktuellen Ausstellungsreihe mit dem Titel "See me" kommen nun weitere Facetten ihrer Arbeit zur Geltung:Porträtstudien ihres Freundeskreises auf Papier und Haut, Fotoarbeiten und Zeichnungen, die um das Selbst und den "Künstlerkosmos" kreisen und Mobile-artige Rauminstallationen, die den Justizapparat und die Fragilität von Moralvorstellungen zum Gegenstand haben.

Die Ausstellungsreihe ist dreiteilig angelegt, wobei jeder Abschnitt einen anderen Schwerpunkt repräsentiert. Teil 1 ist noch bis zum 27. Juli 2008 im Ludwig Museum in Koblenz zu sehen. Die beiden folgenden Stationen sind das Rheinische Landesmuseum Bonn (2009) sowie die Kunsthalle Erfurt (2010). Das Katalogbuch "Cony Theis. See me." ist im Kerber Verlag Bielefeld erschienen.

Ludwig Museum Koblenz, 22. Juni bis 17. Juli 2008



Cony Theis, Landgericht Köln, 2008 (Abb. Katalog)

22/6/2008 Hinweis
Streaming version of a lecture by Ben Katchor

Good news for all those who missed the last MePri lecture: on the website of Princeton University you can find a streaming version of a lecture Ben Katchor held on "Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship."

"A forty-minute slide-show / lecture expanding upon the theme of image worship as presented in my book 'The Jew of New York'. Through an examination of the use of photographic reproduction in a variety of 20th century Yiddish books and newspapers, I will endeavor to explain how Jewish proscriptions against the establishment of idolatrous images have influenced, and been influenced by, modern printing technology. Are the photographic images one finds in the Yiddish press of an intentionally low quality, or have they been degraded by accident? At what point is one no longer able to 'read' a photographic image, and when does one turn by necessity to its text caption? I will demonstrate how certain potentially dangerous symbols are reduced by the vagaries of the printing process to harmless signs pointing to a momentary event in the real world. Part two of the this lecture examines the possibility of finding other forms of graphic representation to excite our collective memory of persons and places." (Ben Katchor)

http://www.princeton.edu/WebMedia/special/

scroll down to October 21 through 23, 2001 -  Conference: Celebration of Jewish-American Writers

 

 

29/5/2008 MePri - Lecture 15
Reading in Public - von Ben Katchor, New York

Der Vortrag von Ben Katchor „Reading in Public“ dreht sich um die Geschichte der  öffentlichen Lesesäle  von New York City, die „eine Menge zu tun hat mit den Antagonismen zwischen Text und Bild.“ (Ben Katchor)

Ben Katchor zählt zu den renommiertesten und eigenwilligsten Exponenten des „Independent American Comic“. Seine Publikationen um den Immobilienfotografen Julius Knipl, der sich wie ein wandelndes Kameraauge durch arkane Bereiche
einer imaginären New Yorker Alltagswelt bewegt, sowie seine vielschichtige graphische Historienerzählung um den „Jew of New York“ finden mittlerweile  ein internationale Verbreitung und haben ihm eine Reihe von Preisen und Fellowships in den Bereichen von Kunst und Literatur eingebracht.

Katchor liefert regelmässig „Picture stories“ für den „New Yorker“, die „New York Times“ und das renommierte Architekturmagazin „Metropolis Magazine“. Daneben hat er zahlreiche Musiktheaterstücke geschrieben und in Szene gesetzt. Er lehrt im Department Illustration an der Parsons New School of Design New York und forscht zur Zeit über die Entwicklung der Milchrestaurants im neunzehnten Jahrhundert.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Montag, 9. Juni um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof 1, Alte Aula Altbau

 

 

 

 

18/5/2008 Neuerscheinung
Annabelle Görgen: Exposition internationale du surréalisme, Paris 1938

Die Exposition internationale du Surréalisme von 1938 ist ein Mythos sowohl für die Kunstgeschichtsschreibung wie für die Entwicklung neuer Ausstellungsformen. André Breton, Giorgio de Chirico, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Alberto Giacometti u.a. - ihnen ist mit dieser revolutionären Ausstellung nicht nur der Gegenentwurf zur traditionellen Galerieausstellung gelungen. In ihrer umfassenden und exzellent recherchierten Untersuchung präsentiert Annabelle Görgen eine Fülle neuen Materials und leistet - besonders mit der Entdeckung der Arts incohérents als Vorläufer im 19. Jh. - einen außerordentlichen Beitrag zur kunsthistorischen Forschung der Moderne.

Dr. Annabelle Görgen, Promotion an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, ist Kuratorin an der Hambuger Kunsthalle.

München 2008, Silke Schreiber Verlag, 312 Seiten, 148 Abb., 24 x 18 cm, broschiert
ISBN 978-3-88960-074-5

 

18/5/2008 MePri - Lecture 14
Antihaltung mit System: Die Arts Incohérents. Eine vergessene Kunst und die Folgen - von Annabelle Görgen, Hamburg

Das surrealistische Verfahren der poetischen Zündung, die Methode der Kombinatorik, und der häufig sprachspielerische und schwarze Humor erhalten durch die Erforschung einer wenig bekannten Pariser Künstlergruppe des späten 19. Jahrhunderts einen neuen historischen Hintergrund: Die Arts incohérents waren zwischen 1882 und 1893 eine Gruppe von Kunstparodisten, die sich selbst nicht ernst nahm. Doch die Rolle der „inkohärenten Künste“ als Vorläufer und Anreger der Surrealisten wird offensichtlich in Gegenüberstellungen von surrealistischen und inkohärenten Werken und Objekten – wie Duchamps L.H.O.O.Q. oder Magrittes und Dalís Venus, – aber auch von Arbeitsmethoden und Grundlagen wie Haltung zum Bürgertum, zum Lachen, zur Stellung zwischen Kunst und Spektakel, zum Selbstverständnis der Künstler etc.. Die vergessene Künstlergruppe muß daher aus heutiger Sicht ernst genommen werden, wie die Abhängigkeit der Werke der Surrealisten von dem Fumismus – der Blufferei – des 19. Jahrhunderts. Dies gilt umso mehr, als Belege für konkrete Kenntnis der Arts incohérents durch Breton und Duchamp geliefert werden können.
 
Dienstag, 27. Mai um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Alte Aula Altbau

back to top©Melton Prior Institut 2008