FEATURE
Art or Craft: W.J. Linton vs. William Morris. A posthumous dispute.
William Abercrombie: A private collection of papers on Wood Engraving. Ashton upon Mersey, 1880 ? 1899 >>
PICTORIAL JUNE 09


Lagerbuch / Prison Camp Book

von Heinz Zantis
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LINTON ARCHIVE
W. J. Linton: Poems, Pamphlets, Illustrations, Editorial-Work and Graver-Work.
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4/6/2009 Lecture # 18
Astrit Schmidt-Burkhardt: Maciunas' Atlas-Projekt

George Maciunas' Oeuvre von rund drei Dutzend Geschichtsdiagrammen entstand zwischen 1953 und 1973. Zunächst als vielseitig interessierter Student, dann kurzzeitig als Architekt, längerfristig als Fluxus-Initiator und schließlich als New Yorker Stadtentwickler von Fluxhousing Cooperatives hat sich Maciunas über einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit der diagrammatischen Veranschaulichung von historisch-politischen, kulturgeschichtlichen, ökonomischen, und künstlerischen Kausalitäten auseinandergesetzt. Die große Bandbreite dieser Arbeiten reicht vom spärlichen Informationsgerüst bis zum dichten Datenteppich. Auf vielfältige Weise wurden Fragen der Geschichtsschreibung und der Bildpolitik immer wieder neu gestellt. Das ist bekannt. Weitgehend unbekannt blieb dagegen die Tatsache, dass sich Maciunas auch als "Map Artist" hervorgetan hat. Das diagrammatische Schaffen von Maciunas begann nämlich mit einem bemerkenswerten Kartenwerk. Dieses Atlas-Projekt steht zugleich am Anfang der kartographischen Aufklärungsarbeit, die zahlreiche Künstler in den 1960er und 70er Jahren mit ihren kritischen Entwürfen von Landkarten betrieben haben.

Die Bildhistorikerin Astrit-Schmidt- Burckhardt forscht zur  genealogischen Diagrammatik der Avantgarden.

Di. 30.6., 19 Uhr

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Mehrzwecksaal (Neubau)

aus: George Maciunas´ Atlas-Projekt

4/6/2009 Exhibition / Publication
Aloys Oosterwijk - Courtroomdrawings Roadshow

Dutch courtroom artist Aloys Oosterwijk prefers a very caricature like mode of reporting. He is also specialized in drawings of reconstruction. The third station of his Rechtbankprenten Roadshow is the Cafe Kamerz in Amsterdam (June / July). In November and December his drawings will be shown in the Palace of Justice in Breda.

Cafe Kamerz, Van der Hoopstraat 29 W, 1051 VB Amsterdam.

The series of exhibition is accompanied  by a publication: Aloys Oosterwijk, Op de Huid. 2008

 

3/6/2009 Ausstellung
BILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg.

Nachrichten aus dem Krieg gibt es seit über 2000 Jahren. In der Antike wurden sie mit reitenden Boten oder weithin sichtbaren Leuchtzeichen verbreitet. Durch technische Erfindungen wie dem Buchdruck im Mittelalter war es möglich, die Nachrichten schriftlich zu verbreiten. Im 19. Jahrhundert wurden der Telegraf und die Fotografie erfunden und auch im Krieg eingesetzt. Die Ausstellung zeigt den Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und der Veränderung des Bildes vom Krieg. Seit dem Ersten Weltkrieg kamen Flugzeuge mit Kameras zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg haben Radio und Film, seit den 1960er Jahren das Fernsehen die Berichterstattung über Kriege bestimmt. Im 21. Jahrhundert kommen Handys und Internet verstärkt dazu. Kriegsbilder sind nun nahezu jederzeit und an jedem Ort verfügbar. Diese Entwicklung zeigt die Ausstellung. Sie zeigt auch, wie sich die Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch die technischen Innovationen verändert haben.

Im Rahmen der Ausstellung wird vom 3. bis 6. September die internationale wissenschaftliche Tagung „Wahrheitsmaschinen“ stattfinden. Der Einfluss technischer Innovationen auf die Darstellung und das Bild des Krieges in den Medien und Künsten steht dabei im Mittelpunkt. Wie sind Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch technische Innovationen von der Antike bis zur Gegenwart des
21. Jahrhunderts verändert worden? Wie haben die Künste  auf diese Veränderungen reagiert? Diesen und weiteren Themen wird sich die Tagung widmen, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ausstellung in Osnabrück vom 22. April bis zum 4. Oktober 2009 - Kooperation zwischen Museum Industriekultur, Kunsthalle Dominikanerkirche, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und European Media Art Festival

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch

Afghanischer Kriegsteppich (Slg. Mohm)

2/6/2009 Ausstellung
Karl Valentin - Medienpionier und Medienhandwerker

Die Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannover in Hannover dokumentiert Leben und Werk des Künstlers Karl Valentin mit Originalarbeiten und Filmen aus seinem Nachlass.

Der 1882 in München geborene Karl Valentin arbeitete nicht nur als Komiker und Kabarettist, sondern ebenso als Autor und Filmproduzent. Mit seinem Sprach-Anarchismus stand er dem Dadaismus nahe.  Als lebendige Karikatur betonte er seine spindeldürre Statur durch eng anliegende Kleidung. Die Beine nach innen verdreht, die Nase künstlich verlängert, in den Grimassen grotesk verzerrt: so wurde er in den 1920er Jahren weit über die Grenzen Bayerns bekannt.

Zusammen mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt, mit der ihm 1911 in München der künstlerische Durchbruch gelang, tüftelte der Medienbastler am deutschen Groteskfilm. Die künstlerische Arbeit des kongenialen Duos hatte ihre Wurzeln in den Münchener Bilderbogen und fand ihre entscheidende Inspirationsquelle im zeitgenössischen Dadaismus und Surrealismus.

Katalog zur Ausstellung: Klaus Gronenborn: Karl Valentin. Medienpionier und Medienhandwerker (160 S. mit zahlr. farbigen und s/w Abb.), 19,90 €.

So 17.05.2009 - So 26.07.2009

Karl Valentin, aus einem Präsentationsbogen. München 1915 - 17

31/5/2009 Workshops
Reportierende künstlerische Praktiken

Die Internationale Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg bietet dieses Jahr eine ganze Reihe interessanter Kurse zu reportierenden künstlerischen Praktiken an.

Dierk Schmidt zu Politischer Narration in der Malerei (3. – 22. August): Es wird um eine malerische Praxis gehen, die auszuloten versucht, was das Medium der Malerei in der Annäherung und Analyse an die Realität, sowie mit der Verzahnung von Realitäten und ihren politischen Kontexten zu leisten vermag und was es gegenüber anderen abbildenden Medien besonders zur politischen Narration qualifizieren könnte. Diese Praxis kann eine zeichnerische/malerische Annäherung „vor Ort“ oder „vor dem Gegenstand“ genauso umschließen, wie ihr Verhältnis zur Bilder-Folge/Geschichte oder zur Fotografie, zur Text-Produktion oder auch zu Kooperation und Gruppenarbeit.

Martin Schmidl zu Zeichnen als Realität (20. Juli – 22. August): Zeichnung wird dabei programmatisch als Instrument/Möglichkeit der modellhaften Interpretation, kritischen Dokumentation oder aktiven Stellungnahme von (bzw. in der) Realität vorgestellt.  Über die Bedeutung der Zeichnung als Grundvokabular und ökonomischste Methode künstlerischer Arbeit hinaus, wird ihr Kommunikationspotenzial in beispielhaften Projekten (Display, öffentliche Intervention, Publikation) getestet.

Monika Bae
r zu Road Works (10. – 22. August): Straßenmalerei ist das Thema , die Beschäftigung   mit dem Malen auf der Straße ebenso wie mit Bildern von Straßen, vom öffentlichen Raum.  Es geht dabei auch um eine grundsätzliche Diskussion des Mediums Malerei , um das gesellschaftliche Beziehungsgeflecht, in dem sie entsteht, diskutiert, ausgestellt und gehandelt wird. Bei der Arbeit draußen – der Malerei auf der Straße – können malerische Eingriffe, Assemblagen entstehen, sie kann aber auch aus dem Aneignen und Wiedereinfügen von Objekten in die im Atelier gemalten Bilder bestehen.

Dan Perjovschi & Lia Perjovschi
zu Erweitertes Zeichnen (3. – 22. August): Lia Perjovschi benutzt die Zeichnung als Forschungswerkzeug für komplexe Timelines und Mindmaps. Für Dan ist sie ein Cartoons, Graffiti und Art-Brut-Ästhetik zu einer Art Reportage verbindendes Hauptmedium, das er direkt auf die Museumsarchitektur appliziert. Lia gründete das CAA (Archiv und Zentrum für Kunstanalysen) und verwendet Wissensbestände als Grundlage für ihre Installationen und Kunstprojekte. Dan hat seine Sprache auf Grundformen des Ausdrucks reduziert und bereist die Welt als Geschichtenerzähler.

Die Anmeldung für die Kurse muss spätestens bis zum 30. Juni erfolgen. Das Inskriptionsformular lässt sich über die Website der Sommerakademie downloaden.

 

29/5/2009
Compilation IV: Zeichnung und Collage

Mit der Fortsetzung der Reihe „Compilation“ zeigt die Kunsthalle Düsseldorf zum vierten Mal regionale, nationale und internationale junge Künstlerinnen und Künstler in einem Zusammenspiel verschiedener Positionen und Ansätze, die von gattungsspezifischer Nähe geprägt sind. In diesem Jahr wird sich die Ausstellung dem Thema Zeichnung und Collage widmen. Vor dem Hintergrund eines verstärkten Interesses an zeichnerischen Ansätzen will die Schau der Vielseitigkeit an Materialien, Herangehensweisen und Techniken nachspüren, mit der sich junge Künstler dieses Mediums bedienen.

Beteiligte KünstlerInnen: Sandra Böschenstein, Jürgen von Dückerhoff, Christine Gensheimer, Katie Holten, Christian Holstad, Monica Ursina Jäger, Matthias Reinhold, Nadja Schöllhammer, Mungo Thomson

Kunsthalle Düsseldorf

30. Mai — 9. August 2009

5/5/2009 MePri Lecture # 17
Luis Camnitzer

Der im amerikanischen Exil lebende uruguayanische Bildhauer und Grafiker  Luis Camnitzer, geb. 1937 in Lübeck, ist in den frühen sechziger Jahren als ein Pionier einer politisch engagierten Form von Konzeptkunst hervorgetreten. In Deutschland war sein Werk erstmalig 2003 in einer umfassenden Retrospektive  zu sehen, zudem war er 2002 Teilnehmer der Documenta 11. Er ist aber auch ein in zahlreichen internationalen Zeitschriften aktiver Autor und Kritiker und hat darüber hinaus etliche Ausstellungen kuratiert.

In seinem Vortrag wird Camnitzer einen Überblick über die Entwicklung seines vielgestaltigen Werks geben, in dem auch die Druckgrafik eine grosse Rolle spielt.


Donnerstag, 28. Mai 2009 um 19 Uhr

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Alte Aula (Altbau)

 

5/5/2009 Ausstellung
Max Lingner. 1888 - 1959

Der  Leipziger Grafiker Max Lingner, der nach dem 1. Weltkrieg auf Anraten von Käthe Kollwitz nach Paris übergesiedelt war, machte sich in den 1930er Jahren dort als Pressezeichner und Plakatgestalter einen Namen. Seit 1934 Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei, gestaltete er die politische Ästhetik der Volksfront in Frankreich mit. Im Zweiten Weltkrieg war Lingner in französischen Lagern interniert und arbeitete für die Resistance. Seine Zeichnungsserien, die 1941 in dem Lager Gurs entstanden sind, bilden das Kernstück der Ausstellung.

Nach dem Krieg wurde Lingner in Ost-Berlin Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste und Professor für «Malerei des Zeitgeschehens» an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 

24. April – 16. August 2009

Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim

 

 

27/3/2009
Sergej Eisenstein: The Mexican Drawings

Despite Eisenstein's enormous influence on 20th century culture his extensive oeuvre of drawings has only been presented on rare occasions.

The exhibition in Extra City brings together an extensive selection of drawings of the Russian State Archives of Literature and Art in Moscow (RGALI) made by Eisenstein during his visit to Mexico in 1931/32, including works never before presented in public. In Mexico, Eisenstein developed his drawings in a parallel manner to the Surrealists' Ecriture Automatique, producing a large number of variations on recurring motifs, merging archaic and modern myths, exploring obscenity, violence, and forms of ecstasy through a single, amorphous line.

The exhibition will further include short excerpts from the unfinished 'Que viva México!', the film Eisenstein came to shoot in Mexico, and which he would tragically be excluded from editing. The film's hybrid images depict Mexican life as a simultaneity of past and present. Reminiscent of, and yet surpassing the modern 'primitivist' fascination with the 'archaic', Mexico presented for Eisenstein a tableau of dialectic imagery that allowed him to re-conceptualize the role of modern art and revolutionary cinema in traversing the modern dichotomies of subject and object, rational and irrational, inside and outside, individual and collective, and even death and life.

Further to this we will be presenting the recent publication of Eisenstein's monumental, uncompleted book: 'Method'. Eisenstein conceived this work as being three-dimensional, which he imagined taking a spherical rather than a linear form. The 1.700 pages of text, drawings and notes, oscillating between Russian, English, French, German and Spanish, are being published in a four-volume edition edited by Oksana Bulgakowa for Potemkin Press (Berlin/San Francisco, 2009).

Curated by Oksana Bulgakowa and Anselm Franke.

03.04.09 - 21.06.09

Extra City Antwerpen
Center for Contemporary Art
Tulpstraat 79
BE-2060 Antwerpen
Belgien

18/3/2009
Panel on "20th-century War Art in Asia"

Call for Papers

Vancouver, October 8-11, 2009
Deadline: March 25, 2009

This panel on 20th century war art in Asia responds to the growing international interest in "war art," which art historian Laura Brandon defines as "art shaped by war." Studies on war art have generated stirring questions: why does war art tend to be omitted from art historical narratives? Over sixty years after the Second World War, how do we understand artists who collaborated with militarists and perpetrators? How should propaganda art be displayed in museums now? How did/do artists try to represent extreme psychic conditions experienced by soldiers, civilians, and survivors during/ after wars? How has the development of media and technology changed ways in which violence is visually represented? What are implications of the war art studies in contemporary society where more and more war imagery has become accessible through photography, television, movies, videogames, and the internet?

We seek presenters whose papers will discuss issues including but not limited to art and propaganda, art of colonialism/ imperialism, fascist/ totalitarian/ militarist aesthetics, war art and museums, anti-war art, transnational artistic exchanges during wars, contemporary appropriations and receptions of war art, and limitations and censorship imposed upon scholarship on war art. The panel, which will be held at the Canadian Asian Studies Association conference in Vancouver, BC (October 8-11, 2009) will comprise three/four presenters and a discussant. If you are interested in participating either as a presenter or as a discussant, please email a 250 word abstract and a CV to both organizers, Ming Tiampo (ming_tiampo@carleton.ca) and Asato Ikeda (iasato@interchange.ubc.ca) by March 25, 2009.

Organizers: Ming Tiampo (Assistant Professor at Carlton University) and Asato Ikeda (Ph.D student at University of British Columbia)

3/3/2009 New
Link Archive: War Artists

A new section on War Artists in our Link Archive

Steve Mumford, Bhagdhad Journal: Charlie 1-153 off Haifa Street
Sgt. Jerry Holland of the Arkansas National Guard off Haifa Street.
An insurgent fired a burst from a machine gun over our heads just after I started the drawing.

1/3/2009 New Release / Exhibition
European War Prints, 1500-1825

The Plains of Mars: European War Prints, 1500—1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation is the first large-scale exhibition to survey the theme of war and peace in the early modern period specifically through the graphic print. Among the artists represented are Albrecht Dürer, Annibale Carracci, Jacques Callot, Francisco de Goya, and Théodore Géricault.

The show is divided into five thematic categories, providing considerable overlap and interplay: 1) War; 2) Soldiers; 3) Soldiers and Civilians; 4) Battle; and 5) Peace. The exhibition presents varied images of soldiers; battles (including specific historical events); production, innovation, and instruction in arms and armor; and representations of abstract concepts related to war and peace.

Museum of Fine Arts Houston

February 7 - May 10, 2009 at the Audrey Jones Beck Building

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The catalogue "The Plains of Mars: European War Prints, 1500-1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation" is published by Yale University Press.

25/2/2009 Ausstellungshinweis
Sandow Birk: The Depravities of War / Die Schrecken des Krieges

Die Art von kernigem Realismus, der Sandow Birk in seinen Historienmalereien frönt, gehört zu einer Facette nordamerikanischer Kunst, die dort zwar ungebrochen populär ist, die aber in Europa nie so recht Fuß fassen konnte. Wem ist hierzulande beispielsweise der Name George Bellows ein Begriff – ein Künstler, dessen muskulöser Sozialrealismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der New Yorker Malereiszene tonangebend war und als dessen Nachfolger der kalifornische Malerstar Sandow Birk von seinen Galerien heute gehandelt wird? Und nicht nur Bellows drastische Weltkriegsgrafiken haben erklärtermaßen bei Birks Holzschnittfolgen zum Irakkrieg Pate gestanden, sondern auch die beiden unvermeidlichen Vorbilder von Kriegsgräueldarstellungen aller Art, Jacques Callots Kupferstichfolge "Les Misères et Les Malheurs de la Guerre" von 1633 und Francisco Goyas Radierzyklus "Desastres de la Guerra".

Erstere ist auch in dem opulenten Bildband, der 2007 zu Birks "The Depravities of War" erschienen ist, komplett abgebildet. Die raumgreifenenden Holzschnitte des Kaliforniers verstehen sich als eine Paraphrase auf Callots barocke szenische Darstellungen aus dem dreißigjährigen Krieg. Indem Birk die allseits bekannte Bildberichterstattung des Irakkriegs aus ihrer Pixel-Entität in die Schraffuren einer klassischen Drucktechnik  überführt, gelingt es ihm, die flüchtigen  visuellen Bruchstücke tagesaktueller Kriegsberichterstattung in einen überzeitlichen, bilderbogenartigen Erzählzusammenhang zu  entrücken. Das Medium Holzsschnitt erweist sich dabei als erheblich wirkunsgvoller als die Malereien, mit denen Birk diesem Thema ansonsten auch zu Leibe rückt.

Der Heidelberger Kunstverein zeigt nun als erste europäische Institution eine Einzelausstellung von Sandow Birk, die sich auf die fünfzehn Holzschnitte seines Kriegszyklus konzentriert.  B.P.

28.02.-03.5.2009

Heidelberger Kunstverein

Ausschnitt

Ausschnitt

17/12/2008 Ausstellungshinweis
Ausstellungen der ersten Grafik-Edition des Melton Prior Institut

BREMERHAVEN - NEW YORK
mit druckgrafischen Arbeiten von

Luis Camnitzer
Bogdan Hoffmann
Birgit Jensen
Ben Katchor
Stephan Mörsch
Alexander Roob
Dierk Schmidt
Paul Schwer
Andreas Siekmann
Susan Turcot

Das Melton Prior Institut hat in den Jahren 2007/2008 mit einer Reihe internationaler Künstler/innen eine druckgrafische Mappe produzieren können, die den Standort Bremerhaven im allgemeinen und die Migrationslinie Bremerhaven – New York im besonderen thematisiert. Bremerhaven, seit Mitte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Auswanderungshäfen in Europa, wird in seiner historischen und zeitgenössischen Bedeutung aus unterschiedlichen künstlerischen Gesichtspunkten in den Blick genommen. Diese Edition repräsentiert nun nicht nur ein breites Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungen mit diesem Themenkreis, sondern auch eine große Vielfalt druckgrafischer Lösungen – von „klassischen“ Techniken wie Radierung, Siebdruck und Steindruck bis hin zum Digitaldruck und Kombinationsverfahren. Ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit bestand in der Recherche vor Ort, dem Zeichnen vor dem Motiv als Gedächtnisskizze, als Grundlage druckgrafischer Ausarbeitung.

Kunsthalle Bremerhaven
Fr. 16. Januar 2009, 17 Uhr

Galerie Ursula Walbröl, Düsseldorf
17. Januar  bis 28. Februar 2009
Eröffung am 17. Januar, 18 - 20 uhr

11/12/2008 Link
Henri Michaux on UbuWeb

This contribution on the famous Belgique draughtsman includes the astonishing document "images du monde visionnaire", an educational film by Henri Michaux and Eric Duvivier which was produced in 1963 by the film department of Swiss pharmaceutical company Sandoz "in order to demonstrate the hallucinogenic effects of mescaline and hashish.

20/11/2008 Exhibition / Ausstellung
The pictorial diary of Christiaan Andriessen (1805 - 1808)

The Amsterdam City Archive shows an extensive  selection of the drawn diary of the Amsterdam artist Christiaan Andriessen (1775-1846).  He drew in his diary nearly every day  until 1 janury 1807, after which he made one drawing a week. You can follow the artists family life as well as his professional accompishments with his use of the camera obsura.  Besides the Brothers Sandby´s Views of Windsor, which were painted in watercolours and Daniel Chodowiecki´s drawn record of his travel to Gdansk in 1773, this egodocument of Andriessen belongs to the very early milestones of graphic reportage reflecting every day life.

On her website the Amsterdam City Archive provides a reconstruction of the diary in chronological order.

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Das Stadtarchiv Amsterdam zeigt noch  bis 11. Januar 2009 eine umfangreiche Auswahl aus dem Bildertagebuch des Amsterdamer Künstlers Christiaaan Andriessen (1775-1846).  Von Anfang 1805 bis zum 1. Januar 1805 fertigte er fast täglich eine Zeichnung an, danach noch eine pro Woche. Man kann das Familienleben des Künstlers ebenso verfolgen wie seine beruflichen Verrichtungen mit dem Gebrauch der Camera obscura. Neben  den aquarellierten Ansichten von Windsor der Brüder Sandby und dem  zeichnerischen Bericht , den Daniel Chodowiecki  1773 über seine Reise nach Danzig angefertigt hatte, zählt dieses Selbstzeugnis Andriessens zu den frühen Meilensteinen der graphischen Alltagsreportage.

Auf ihrer Website stellt das Stadsarchief Amsterdam eine digitale Rekonstruktion dieses Tagebuchs zur Verfügung. Begleitend zur Ausstellung ist die Publikation "De wereld van Christiaan Andriessen.
Amsterdamse dagboektekeningen 1805-1808"
von A. Hoogenboom und J. Stroop erscheinen.

 

 

19/11/2008 Link
Unterwegs - Gezeichnete Reportagen

Die Hochschule Luzern, Design & Kunst präsentiert auf ihrer Website einen Online-Katalog der Ausstellung «Unterwegs – gezeichnete Reportagen», die 2006 im Rahmen des Luzerner Comic-Festivals Fumetto stattfand. Gezeigt wurden Reisetagebücher, Skizzenbücher und eine Auswahl von Originalarbeiten. Die Bandbreite war gross: Von Robert Weavers Skizzen  aus den Beständen des MePri über die Arbeiten von deutschen, schweizer, englischen, finnischen… Künstlern bis hin zu den von jungen französischen Comic-Autoren gezeichneten Doppelseiten der französischen Tageszeitung «Libération»

6/11/2008 Steve Bell Archive
US-Elections

Bye,Bye Bush: New Strips on the US-Elections  and other topics of interest in the  Steve Bell Archive of the Guardian.  Lets see how he will cope with the new President.


11/10/2008 Hinweis
David Friedmann (1893-1980) - Exhibition and Publication

Mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Berliner Philharmonie und der Neuerscheinung einer kleinen monographischen Publikation zum pressegraphischen Werk von David Friedmann  gilt es die Wiederentdeckung eines wichtigen Reportagezeichners der Weimarer Zeit zu feiern. David Friedmann war ein Schüler von Lovis Corinth, der im Berlin der zwanziger Jahre mit spätimpressionistischen Malereien reüssiert hatte. Mit der nationalsozialistischen  Machtergreifung 1933 fand seine künstlerische Karriere ein abruptes Ende. Der jüdische Künstler floh mit seiner Familie nach Prag und wurde von dort aus zuerst ins Ghetto von Lodz und schließlich nach Auschwitz deportiert. Nahezu das gesamte malerische und graphische Werk Friedmanns aus der Berliner Zeit ist von der Gestapo vernichtet worden.

Als hervorragendem Porträtisten war es Friedmann ab 1924 gelungen, sich neben bekannten "Kopfjägern" wie Fred Dolbin und Emil Stumpp  als einer der profiliertesten Pressezeichner der Zeit zu etablieren. Vor allem für die "BZ am Mittag", die im Berliner Ullstein-Verlag erschien, fertigte er Hunderte von Schnellporträts an. In  Zusammenarbeit mit Friedmanns Tochter Miriam Friedman Morris ist es dem Berliner Kunsthistoriker Detlef Lorenz gelungen, die raren Spuren, die sich von Friedmanns vergessener Wirksamkeit erhalten haben, ausfindig zu machen.

In der Ausstellung, die am geschichtsträchtigen 8. November 2008, dem siebzigsten Jahrestag der Reichskristallnacht um 18 Uhr in  der Konzerthalle der Berliner Philharmonie eröffnet wird, ist eine Reihe von dreißig Porträts berühmter jüdischer Mitglieder des Berliner Orchesters zu sehen, die später alle das gemeinsame Emigrantenschicksal teilten. Die Porträts fanden sich in reproduzierter Form in den Ausgaben der Programmzeitschrift "Der Deutsche Rundfunk". Die Ausstellung ist bis zum 3.1.2009 zu sehen.

Die  kürzlich  im Verlag Hentrich & Hentrich  erschienene Publikation von Detlef Lorenz zum pressegraphischen Werk Friedmanns zeigt ein breiteres Spektrum seiner Porträtzeichnungen, darunter die Konterfeis von Arnold Schönberg, Ernst Toller und Curt Bois.

Einige interessante Links auf das Werk von Friedmann:

> Friedmanns Biographie mit Bildbeispielen

> Friedmanns Ghetto-Zeichnungen und Auschwitz-Bilder

> Lost Art Internet Database

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The painter and graphic artist David Friedmann lived in Berlin from 1911 and was a student of Herrmann Struck (etching) and Lovis Corinth (painting). Until the Nazis came to power in 1933, Friedmann was a successful artist producing late impressionist landscapes, still lifes, and nudes. In 1938, he fled with his young family to Prague only to be deported in 1941 to the Lodz Ghetto and then in 1944 to Auschwitz. Almost his complete works were confiscated and probably destroyed by the Gestapo.  

Friedmann, who had a reputation as an excellent portraitist, had the opportunity in 1924 to sketch, mainly portraits, for various newspapers and magazines. According to his own information, he portrayed hundreds of personalities from the theatrical world and in music, politics, and sports. This volume shows a small selection including Arnold Schönberg, George Szell, Gregor Piatigorsky, Simon Goldberg, Richard Tauber, Leo Slezak, Curt Bois, Carl Ebert, Emanuel Lasker, among others.

On November 8, 2008 at 6:00pm, the eve of the 70th anniversary of Kristallnacht, there will be an exhibition of David Friedmann Art opening at the Berlin Philharmonic Concert Hall scheduled through January 3, 2009.  Reproductions of thirty discovered portraits will be displayed – of mostly Jewish exiled composers, violinists, pianists, conductors, cellists, who were forced to flee during the Nazi regime.  The portraits were among 200 drawings found in the radio program magazine for all German listeners "Der Deutsche Rundfunk".  From the hundreds of drawings lost during the Nazi Regime, one has fatefully emerged just in time for the exhibition, the portrait of Czech violin virtuoso Váša Príhoda.

A few interesting  links:

> A new publication by Detlef Lorenz focusing on Friedmans portraits.

> His Biography and some examples of his editoral graphics

> Friedmanns Ghetto-Drawings and Auschwitz-Pictures.

> Lost Art Internet Database

1/10/2008 Recommended Exhibition
TINA

In the 1980s Margaret Thatcher made the notorious neo-liberal statement 'there is no alternative' (TINA for short), meaning that global free market capitalism is the only tenable economic theory.

This exhibition in the DRAWING ROOM, London, curated by Olivia Plender, brings together an international group of artists who make work across a range of media including drawing, film, performance, sculpture and installation. The works in the show use a historical perspective to address issues ranging from the social effects of the collapse of communism and the troubled relationship between capitalism and ideas of liberty, to the strategies of withdrawal and secrecy used by off-shore companies, fictitious capital, and the ubiquitous use of Post-Modern architecture to manipulate a sense of scale and history in post-Thatcher Britain.

Participating artists: Petra Bauer, Pablo Bronstein, Melanie Gilligan, Goldin+Senneby, Anja Kirschner, Ciprian Muresan, Olivia Plender

9 October – 30 November 2008

The Drawing Room
Tannery Arts
Brunswick Wharf
55 Laburnum Street
London E2 8BD

Pablo Bronstein, Canary Wharf, 2007

25/9/2008 Neuerscheinung
Strapazin # 92: Augenzeugen

Die neue Ausgabe des Schweizer Comic Magazins "Strapazin" dreht sich um "Zeichnerinnen und Zeichner, die mit Leidenschaft und Akribie das Geschehen in ihrer nächsten Umgebung wahrnehmen, zu Papier bringen und uns damit ebenso gut unterhalten wie informieren." (Pressetext) Es enthält Reportagen über Verkehrsunfälle (Christoph Fischer), den Alltag italienischer Emigrantenfamilien (Valérie Losa), biographischer Erinnerungen über Kindheitserlebnisse in China (Yan), illustrierte Interviews aus  Südindien (Andrea Caprez, Andreas Gefe, Christoph Schuler), sowie einige Beispiele graphischer Stadterkundungen (Peter Blegvad, Ben Katchor und Patrick Sandri).

 

20/9/2008 Neuerscheinung
"Bildgeschichten für Chinas Massen: Comic und Comicproduktion im 20. Jahrhundert" von Andreas Seifert

Der Tübinger Sinologe und Politikwissenschaftler Andreas Seifert legt mit dieser Publikation die erste umfassende Darstellung  der modernen chinesischen Bildergeschichte vor. Mit initiiert wurde diese neuzeitliche chinesische Comicbewegung in den 1930er Jahren von dem Dichter Lu Xun, der ebenfalls für eine Neubegündung des chinesischen Holzschnitts verantwortlich war. Das Buch verfolgt die lange Traditionslinie von der klassischen  textbegleitenden Illustration zu den eigenständigen Bildgeschichten im 20. Jahrhundert. Deutlich wird dabei, dass die "Lianhuanhua", die chinesische Form der Comics, in ihrer modernen maoistischen Ausprägung  bereits auf ein vielfältiges Repertoire grafischer Ausdruckmöglichkeiten aus den vorangegangenen Jahrhunderten zurückgreifen konnten

(aus: He Youzhi, Shiwu guan, Shanghai 1979)

17/9/2008 Recommended Exhibition
Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings

The Drawing Center  presents 'Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings' in the Main Gallery. This exhibition, featuring more than 200 works on paper, is the first U.S. museum exhibition of the artist's ongoing series of commissioned drawings derived from photographs of demonstrations published in the 'International Herald Tribune.'

While public protests and mass demonstrations are often associated with the leftist politics of the 1960s, Tiravanija's project reconsiders their relevance in today's political climate. For the 'Demonstration Drawings,' Tiravanija has commissioned Thai artists, many of them former students, to create a series of photorealistic pencil drawings depicting multifarious responses to power, oppression, and global capital. Tiravanija's drawings translate photojournalist depictions of acts of political spontaneity into a medium itself characterized by immediacy-turning ephemeral images of strife and social conflict into documents of political aspiration.

By providing a perspectival view of collective actions, political protests, and popular sovereignty movements worldwide, the 'Demonstration Drawings' confront commonly-held assumptions about globalization and the resistance to economic liberalism. This exhibition is curated by João Ribas.

In conjunction with the exhibition, The Drawing Center has published the newly-formatted 'Drawing Papers 79: Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings,' a 120-page publication featuring approximately 75 black-and-white reproductions of the works exhibited in the show as well as essays by curator João Ribas and noted journalist and literary critic David Rieff.

The Drawing Center
35 Wooster Street
New York, NY 10013

www.drawingcenter.org

September 12 – November 6, 2008
Tue – Fri, 10am – 6pm; Sat, 11am – 6pm

14/9/2008 Review
Das Van Gogh-Projekt der Albertina: Aufwändig gescheitert.

Allen, die bislang noch nicht zu der Einsicht durchdringen konnten, dass van Gogh in erster Linie ein eminent graphischer Künstler war, bietet sich nun in der großen Herbstausstellung der Wiener Albertina die Gelegenheit, das Versäumte anhand einer hochkarätigen Werkauswahl aus 51 Gemälden und 89 Zeichnungen nachzuholen.
Die Ausstellung folgt einer streng chronologischen Abfolge. Sie verteilt sich auf acht Räume, in denen die allmähliche Aufhellung seiner Palette durch alternierende Wandfarben nachvollzogen wird, vom deprimierenden Dunkelgrün der frühen holländischen Jahre bis  zum freundlichen Orange einer mediterranen Sonne.

Auch der opulente Katalog, der im Handel in einer Hardcoverversion erhältlich ist, offeriert in der intelligenten Durchmischung von zeichnerischem und malerischem Werk einen kulinarischen Genuss; vor allem bleibt dieser ganz ungetrübt  von den Schrecknissen des Massenparcours, den die real existierende Ausstellung vorstellt.  Van Gogh selbst hat übrigens die Reproduktionsdarstellung, am liebsten in möglichst billiger Verfremdungsqualität, weit mehr geschätzt als den Fetisch des Originals, sowohl aus ideologischen als auch aus künstlerischen Gründen. Insofern bleibt die Betrachtung seiner Kunst in der Form von Massenreproduktionen diejenige Art der Konsumierung, die seinem eigenen Ansatz den größten Respekt zollt.

Der Verdienst des Albertina-Unternehmens ist es, dass es mit all der institutionellen Autorität dahinter, dazu beitragen kann, die unsinnige kategoriale Auftrennung in van Goghs Werk ein für allemal zu beenden. Dafür sollte allein schon der knallige Titel der Schau, "Gezeichnete Bilder", sorgen. In dem Anspruch, "einen neuen Wahrnehmungsrahmen für van Goghs Schaffen" herzustellen, den Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder im Vorwort vollmundig verkündet, scheitert sie allerdings, denn sie geht einer detaillierteren Auseinandersetzung mit der Entwicklung seines komplexen Graphismus so weit wie möglich aus dem Weg. Ausreichende Versuche einer Beantwortung der Frage, wie sich der ausserordentliche struktureller Erfindungsreichtum  seiner Zeichensprache erklärt, werden nicht unternommen.

Ein weiteres Mal stellt sich nun die Frage, was die zeitgenössische Van-Gogh-Rezeption eigentlich davon abhält, dessen unablässige Bemühungen angemessen zu würdigen, sich umfängliche Kenntnisse über die Illustrationsgrafik und die Reproduktionstechniken seiner Zeit zu verschaffen. Die Zeugnisse, die dies belegen, liegen in seinem hervorragend edierten Briefwechsel vor, und sie sprechen von einer sehr systematischen und analytischen Durchdringung dieser Materie. Die Ergebnisse dieses erstaunlichen Beispiels einer frühen "artistic research" sind sukzessive in die Entwicklung seiner eigenen bildnerischen Sprache eingeflossen.

Die Katalogbeiträge verbleiben vom Informationsgehalt, den sie in der Sache bieten, auf einem hinlänglich bekannten, unbefriedigenden Niveau: Seine Sammlertätigkeit findet zwar beiläufige Erwähnung, auch beeilt man sich von einem generellen Einfluss dieser Illustrationsgrafiken auf van Goghs Kunst zu sprechen, ansonsten belässt man es bei dem völlig verfehlten Eindruck, es handle sich dabei um egalitäre Massenwaren, die von anonymen Gebrauchsgraphikern verfertigt worden sind. Dabei war es doch gerade van Goghs Bemühen gewesen, die Urheber auszudifferenzieren und ihre jeweiligen innovativen Leistungen zu registrieren, auch und vor allem, um sie für seine eigene Arbeit zur Anwendung bringen zu können. Einzig die drei Zeichner des "Graphic", Hubert Herkomer, Luke Fildes und Frank Holl werden einer Erwähnung wert befunden. Anscheinend haben sie sich gegenüber anderen, für van Goghs Kunst oft weitaus wichtigeren Grafikern vor allem durch ihre späteren Erfolge in der viktorianischen Porträt- und Genremalerei  und die dadurch resultierenden Erwähnungen in einschlägigen Künstlerlexika hinlänglich nobilitiert. Van Goghs Leistungen in der Erforschung der Illustrationsgrafik und auch seine Ambitionen, die Barrieren zwischen "High" und "Low" in der Kunst seiner Zeit zu überwinden, finden im Rahmen des Albertina-Projekts keine Beachtung.

Die Ausstellung ist das immens aufwändige Zeugnis einer vertanen Chance, auf der Basis der These einer graphisch geprägten Werkkonzeption ein neues Verständnis für die Kunst van Goghs und auch für dessen Person zu entwickeln. Der van Gogh, den uns Klaus Albrecht Schröder und seine Kuratoren servieren, muss ärgerlicherweise weiterhin im starren Korsett eines eruptiv-subjektivistischen Wesensschauers schmoren, in das ihn die nachfolgende Generation von Expressionisten gezwängt hat; ein Korsett, das zum Wiener Parcours und zu dem ihn abschließenden Devotionalien - Shop allerdings ganz wunderbar passt. Denn schliesslich muss folgende Kalkulation aufgehen: Die Durchschleussung von 4.500 Besucher täglich ist erforderlich, damit alleine die Aussenkosten der Show gedeckt sind.  Zur Finanzierung der gigantischen Versicherungsprämien  musste sogar  die österreichische Staatshaftung aufgestockt werden, was den parlamentarischen Vorgang einer  Gesetzesnovelle erforderlich machte. Man kann davon ausgehen: Wenn der verrückte Holländer nicht mindestens ebensoviel auf die Waage bringt wie der alte Dürer, der der bisherige Rekordhalter in punkto Massenattraktion ist,  dann werden wohl Köpfe rollen. Davor bewahre uns die Van Gogh - Klischeemaschine. (Alexander Roob)

Vincent van Gogh: Gezeichnete Bilder, 5. September bis 8. Dezember, Albertina, Wien

 

12/9/2008 World Premiere Event
A Checkroom Romance

Music by Mark Mulcahy / Libretto and Pictures by Ben Katchor

Cartoonist Ben Katchor and composer Mark Mulcahy created a multi-media musical that explores the mystery and wonder of the coat checkroom.

New York Public Library
Fifth Avenue and 42nd Street
New York, NY

Thursday, November 13, 2008
at 7:00 PM
South Court Auditorium


For more info visit the Cullman Center website.

5/9/2008 Neuerscheinung
Stephan Mörsch in Quedlinburg

"Das Projekt „Quedlinburg“ von Stephan Mörsch ist ein zeichnerischer Spaziergang an die Peripherie der Stadt und thematisiert kleine architektonische Freiheiten in einem reglementierten Ordnungssystem, dem Schrebergarten. Mörschs Zeichnungen und Miniaturen sind narrativ aufgeladene Parallelwelten, fiktionalisierte Fortsetzungen alltäglicher Beobachtungen mit einem Schuss Empathie." (Björn Egging)

Der Katalog zur Ausstellung, die Anfang des Jahres in der städtischen Lyonel-Feininger Galerie in Quedlinburg stattfand, ist im Textem-Verlag Hamburg erschienen.

10/8/2008 Hinweis
Daniel Chodowiecki: Sammlung Regensburg

Seit Beginn diesen Jahres ist die wohl umfangreichste Sammlung von Chodowiecki-Grafiken (ca. 2500 Stiche und 14 Zeichnungen), die der Hannoveraner Galerist und Chodowiecki-Spezialist Jens-Heiner Bauer zusammengetragen hatte, in den Besitz des Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg übergegangen. Die Sammlung enthält eine Vielzahl von originären Zustands-und Farbdrucken des bedeutendesten deutschen Illustrators des achtzehnten Jahrhunderts. Ediert wurden die Bestände der Sammlung 1982 von Bauer im Selbstverlag  in der Publikation "Daniel Nikolaus Chodowiecki, Das druckgraphische Werk". Neben den Berliner Sammlungen des Kupferstichkabinetts und der Gemäldegalerie hat sich  Regensburg mit diesem Ankauf nun als weitere bedeutende Anlaufstelle der Chodowiecki-Forschung etabliert.

Daniel Chodowiecki war neben Paul Sandby der wohl wichtigste Pionier der Reportagezeichnerei der auslaufenden Rokoko-Ära. In seinem MePri-Beitrag "Zügelloses Zeichnen", der sich über das Archiv der alten Website des Instituts abrufen lässt, hat sich Hans Lukas Lang mit dem Einfluss Chodowieckis auf die dokumentarische Zeichenweise von Adolph Menzel beschäftigt. 

 

5/8/2008 Weblink
Neue Zeichnungen von Andy Bleck

Der Zeichner Andy Bleck, der auf unserer Website schon vor einiger Zeit mit einem Pictorial zum Londoner Victoria & Albert Museum vertreten war, hat auf seiner Website eine Fülle neuer Zeichnungen, Aquarelle und Collagen zugänglich gemacht, die an den unterschiedlichsten Orten entstanden sind: http://www.konkykru.com/kunst#

23/7/2008 Ausstellungshinweis
Cony Theis - See Me

In ihrem situativen Einfühlungsvermögen und ihrer Beobachtungsgabe können sich die Gerichtszeichnungen der Kölner Künstlerin Cony Theis  mit denen ihres Vorbilds Erich Dittmann messen, dem 1999 verstorbenen Nestor  der westdeutschen Justizgrafik. (>Erich Dittmann).
Die Ausstellungtournee "Zeit richten" von 2004  hatte sich vor allem diesem journalistischen Aspekt im Werk  der Künstlerin gewidmet (Ein gleichnamiges Katalogbuch ist im Salon Verlag Köln erschienen).
In einer aktuellen Ausstellungsreihe mit dem Titel "See me" kommen nun weitere Facetten ihrer Arbeit zur Geltung:Porträtstudien ihres Freundeskreises auf Papier und Haut, Fotoarbeiten und Zeichnungen, die um das Selbst und den "Künstlerkosmos" kreisen und Mobile-artige Rauminstallationen, die den Justizapparat und die Fragilität von Moralvorstellungen zum Gegenstand haben.

Die Ausstellungsreihe ist dreiteilig angelegt, wobei jeder Abschnitt einen anderen Schwerpunkt repräsentiert. Teil 1 ist noch bis zum 27. Juli 2008 im Ludwig Museum in Koblenz zu sehen. Die beiden folgenden Stationen sind das Rheinische Landesmuseum Bonn (2009) sowie die Kunsthalle Erfurt (2010). Das Katalogbuch "Cony Theis. See me." ist im Kerber Verlag Bielefeld erschienen.

Ludwig Museum Koblenz, 22. Juni bis 17. Juli 2008



Cony Theis, Landgericht Köln, 2008 (Abb. Katalog)

22/6/2008 Hinweis
Streaming version of a lecture by Ben Katchor

Good news for all those who missed the last MePri lecture: on the website of Princeton University you can find a streaming version of a lecture Ben Katchor held on "Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship."

"A forty-minute slide-show / lecture expanding upon the theme of image worship as presented in my book 'The Jew of New York'. Through an examination of the use of photographic reproduction in a variety of 20th century Yiddish books and newspapers, I will endeavor to explain how Jewish proscriptions against the establishment of idolatrous images have influenced, and been influenced by, modern printing technology. Are the photographic images one finds in the Yiddish press of an intentionally low quality, or have they been degraded by accident? At what point is one no longer able to 'read' a photographic image, and when does one turn by necessity to its text caption? I will demonstrate how certain potentially dangerous symbols are reduced by the vagaries of the printing process to harmless signs pointing to a momentary event in the real world. Part two of the this lecture examines the possibility of finding other forms of graphic representation to excite our collective memory of persons and places." (Ben Katchor)

http://www.princeton.edu/WebMedia/special/

scroll down to October 21 through 23, 2001 -  Conference: Celebration of Jewish-American Writers

 

 

29/5/2008 MePri - Lecture 15
Reading in Public - von Ben Katchor, New York

Der Vortrag von Ben Katchor „Reading in Public“ dreht sich um die Geschichte der  öffentlichen Lesesäle  von New York City, die „eine Menge zu tun hat mit den Antagonismen zwischen Text und Bild.“ (Ben Katchor)

Ben Katchor zählt zu den renommiertesten und eigenwilligsten Exponenten des „Independent American Comic“. Seine Publikationen um den Immobilienfotografen Julius Knipl, der sich wie ein wandelndes Kameraauge durch arkane Bereiche
einer imaginären New Yorker Alltagswelt bewegt, sowie seine vielschichtige graphische Historienerzählung um den „Jew of New York“ finden mittlerweile  ein internationale Verbreitung und haben ihm eine Reihe von Preisen und Fellowships in den Bereichen von Kunst und Literatur eingebracht.

Katchor liefert regelmässig „Picture stories“ für den „New Yorker“, die „New York Times“ und das renommierte Architekturmagazin „Metropolis Magazine“. Daneben hat er zahlreiche Musiktheaterstücke geschrieben und in Szene gesetzt. Er lehrt im Department Illustration an der Parsons New School of Design New York und forscht zur Zeit über die Entwicklung der Milchrestaurants im neunzehnten Jahrhundert.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Montag, 9. Juni um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof 1, Alte Aula Altbau

 

 

 

 

18/5/2008 Neuerscheinung
Annabelle Görgen: Exposition internationale du surréalisme, Paris 1938

Die Exposition internationale du Surréalisme von 1938 ist ein Mythos sowohl für die Kunstgeschichtsschreibung wie für die Entwicklung neuer Ausstellungsformen. André Breton, Giorgio de Chirico, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Alberto Giacometti u.a. - ihnen ist mit dieser revolutionären Ausstellung nicht nur der Gegenentwurf zur traditionellen Galerieausstellung gelungen. In ihrer umfassenden und exzellent recherchierten Untersuchung präsentiert Annabelle Görgen eine Fülle neuen Materials und leistet - besonders mit der Entdeckung der Arts incohérents als Vorläufer im 19. Jh. - einen außerordentlichen Beitrag zur kunsthistorischen Forschung der Moderne.

Dr. Annabelle Görgen, Promotion an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, ist Kuratorin an der Hambuger Kunsthalle.

München 2008, Silke Schreiber Verlag, 312 Seiten, 148 Abb., 24 x 18 cm, broschiert
ISBN 978-3-88960-074-5

 

18/5/2008 MePri - Lecture 14
Antihaltung mit System: Die Arts Incohérents. Eine vergessene Kunst und die Folgen - von Annabelle Görgen, Hamburg

Das surrealistische Verfahren der poetischen Zündung, die Methode der Kombinatorik, und der häufig sprachspielerische und schwarze Humor erhalten durch die Erforschung einer wenig bekannten Pariser Künstlergruppe des späten 19. Jahrhunderts einen neuen historischen Hintergrund: Die Arts incohérents waren zwischen 1882 und 1893 eine Gruppe von Kunstparodisten, die sich selbst nicht ernst nahm. Doch die Rolle der „inkohärenten Künste“ als Vorläufer und Anreger der Surrealisten wird offensichtlich in Gegenüberstellungen von surrealistischen und inkohärenten Werken und Objekten – wie Duchamps L.H.O.O.Q. oder Magrittes und Dalís Venus, – aber auch von Arbeitsmethoden und Grundlagen wie Haltung zum Bürgertum, zum Lachen, zur Stellung zwischen Kunst und Spektakel, zum Selbstverständnis der Künstler etc.. Die vergessene Künstlergruppe muß daher aus heutiger Sicht ernst genommen werden, wie die Abhängigkeit der Werke der Surrealisten von dem Fumismus – der Blufferei – des 19. Jahrhunderts. Dies gilt umso mehr, als Belege für konkrete Kenntnis der Arts incohérents durch Breton und Duchamp geliefert werden können.
 
Dienstag, 27. Mai um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Alte Aula Altbau

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