PICTORIAL JULY 08

Diashow | 36 images

Becheret Palmach
1948/50
von Menachem Sofer

The book, published in a small edition in Israel in the early 1950s, is dedicated to the memory of the "Palmach" member Menachem Sofer. In 1948, during the Palestinian War, Sofer fought in this paramilitary unit of the Jewish underground organization "Hagana" and two years later became the victim of a lethal landmine accident.
In his drawings, he describes his everyday life as a military police officer and reports on the events of this first Arab-Israeli war. The extremely idiosyncratic, posthumous compilation contains, apart from Popeye-like cartoons of army-life and documentary sketches, examples of Sofers ambitious artistic work. The then 16-year-old had to postpone his plans to apply to an art academy due to his military service.
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Das Buch, das zu Anfang der fünfziger Jahre in
kleiner Auflage in Israel erschienen war, ist dem Andenken an das "Palmach"-Mitglied Menachem Sofer gewidmet. Sofer hatte 1948 während des Palästinakriegs in dieser paramilitärischen Einsatztruppe der jüdischen Untergrundorganisation "Hagana" gekämpft und war zwei Jahre später Opfer eines tödlichen Landminen-Unfalls geworden.In seinen Zeichnungen beschreibt er seinen Alltag als Militärpolizist und reportiert Ereignisse aus diesem ersten arabisch-israelischen Krieg. Die äußert eigenwillige posthume Zusammenstellung enthält neben Popeye-artigem Komisscartooning und dokumentarischen Skizzen auch Beispiele aus Sofers ambitionierterem künstlerischen Werk. Der damals Sechzehnjährige hatte mit seinem Militärdienst den Plan, sich auf einer Kunstakademie zu bewerben, zurückstellen müssen.
PICTORIAL JUNE 08

Diashow | 22 images
Tracing #2
News
1997-2007
Reinhard Doubrawa

Reinhard Doubrawa arbeitet seit 1997 an seiner «News»-Serie, einer fortlaufenden Reihe von Freihandzeichnungen, die nach Fotos des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» entstehen.
Die Motive rücken das globale Zeitgeschehen in den Blick und erscheinen von der Spiegel-Redaktion gefiltert und thematisch inszeniert auf dem Höhepunkt ihrer Aktualität.
Spätestens mit der neuen Ausgabe werden die Meldungen und Berichte jedoch von jüngeren verdrängt und geraten in Vergessenheit. Es erscheint zunächst als ein Widerspruch, vergängliche Medienbilder, die meist dazu dienen, eine inhaltliche These zu stützen oder auf einen Text aufmerksam zu machen, mit Feder und Tusche abzuzeichnen. «Ich schreibe die Bilder nochmal ab», beschreibt Reinhard Doubrawa seine Arbeitsweise und enthebt die Motive damit ihrer Natur als vergängliche Massenware. So entsteht ein Querschnitt durch die Gesellschaft und jüngere Zeitgeschichte. Politiker und Prominente tauchen ebenso auf wie anonyme Laborarbeiter oder Konsumenten, spektakuläre Motive wechseln sich mit weniger eindrucksvollen ab. Die Zeichnungen sind Teil des globalen Bildgedächtnisses und führen uns unsere mediale Zeitzeugenschaft vor Augen.

Maria Anna Tappeiner

Tusche auf Karton, je: 30,5 x 21,5 cm

(Unter dem Titel "News" ist 2004 eine Dokumentation dieses Zeichenprojekts im Salon Verlag, Köln erschienen.)
PICTORIAL MAY 08

Diashow | 8 images
Tracing #1
«Superdocumenta»
1994
Clemens Krümmel
«Superdocumenta» was created in the winter of 1994, on an invitation by Gunter Reski, as a contribution to the Hamburg-related text reader «Team Compendium - Selfmade Matches. Selbstorganisation Bereich Kunst», ed. by Rita Baukrowitz and Karin Günther. Initially supposed to be a written text on the actuality of the curatorial principle developed by Harald Szeemann for documenta 5, the contribution was done at a safe distance from suitable libraries on contemporary art, and with no Google or internet support whatsoever.The essay is mostly based on a heap of photocopied reviews and a copy of the legendary orange plastic file that was used instead of a catalogue for documenta 5 (1972), carried along by the author to a study sojourn in Italy. It seemed remarkable that all of the reviews used more or less the same images. Thus, a critical approach on the pictorial level - in the manner of a 1970s student zine - seemed more fitting than any more affirmative looking essay that was only written text. The ants meandering through these eight pictorial pages are gleaned from the catalogue file's cover. There they arrange their bodies, in the style of a Maoist dancing troupe, to form a huge «5».<br />
PICTORIAL APRIL 08

Diashow | 14 images

Salzburger Fusseln

von Thorsten Streichardt
Die hier auf Videostills zu erkennenden minimalen Zeichnungen des in Berlin lebenden Künstlers Thorsten Streichardt entstanden vor zwei Jahren im Rahmen eines Salzburg-Aufenthalts. Streichardt, der zuvor stärker in skupturalen und installativen Modi an so etwas wie einer Pathologie des Bürokratismus gearbeitet hat, interessiert sich für Zeichnung als ein psychophysisches Medium der Welterfahrung, das er in bewusst regressiver Geste mit dem und gegen das von ihm gleichzeitig verwendeten technischen Bildmedium Video einsetzt. Wie in einer Karikatur des postmodernen Gemeinplatzes Kamera-als-Phallus/Kamera-als-Gewehr bastelt er hier Kamera und Zeichenstift zusammen, und so sind Zeichnung und Aufzeichnung aufs Innigste miteinander verbunden. Mit dieser Vorrichtung bewehrt macht sich Streichardt in die Reste öffentlichen Stadtraums auf, die es an einem Ort wie Salzburg noch geben mag, bringt kaum sichtbar fusselartige Bleistiftmarkierungen an und entfaltet den semantischen Raum des Zeichnens und Bezeichnens - wird dabei aber (nicht gänzlich unerwartet) nach wenigen Minuten von den Repräsentanten staatlicher Ordnungsmacht gestört.



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